180526 4x100m StaffelDie 4x100m Staffel war nicht nur höchst emotional, sondern auch ein Highlight aus unserer Sicht. Pena und Clivaz zeigten sich höchst motiviert und konzentriert. Die zweite Kurve lief Ralf Kurath wie ein erfahrener Routinier und sein Auftritt übertraf alle Erwartungen. Der Wechsel zu Schlussläufer Andreas Ritz war einer fürs Lehrbuch und der Vorsprung danach so klar, dass der Vielfachstarter Ritz auf Eleganz und nicht auf Kampf setzen konnte. Die 41.11 Sek., eine halbe Sekunde Vorsprung auf Serbien, bedeuteten Sieg und wertvolle Punkte. 

Fotogalerie ECCC 2018

Resultateübersicht

 

Internationale Wettkämpfe werden mit Staffeln über 4x400m abgeschlossen. Das war auch im Tampere der Fall. Spichiger und Teamchef Gurtner rechneten und stellen fest, dass die LG Bern die Israeli schlagen musste, um den anvisierten 4. Gesamtrang zu schaffen. Andreas Ritz läuft wohl mit erneuerbarer Energie, denn er steckte die Langhürdenbelastung und die Sprintstaffel (20 Minuten vorher) locker weg. Ein überzeugender Auftritt des Teamkapitäns. Pascal Furtwängler übernahm die zweite Runde. Er fühlte sich am diesem Tag nicht unwiderstehlich und lief die ersten 300 Meter eher etwas verhalten. Das war gut so, er konnte bis zur Übergabe wieder etwas näher an das Spitzentrio heranlaufen. Nick Stalder, ohne «Tuchfühlung» mit der Spitze aber verfolgt von ganz starken 400 Meter Cracks, lief völlig abgeklärt. Er hielt das Tempo hoch, so dass die Verfolger trotz heftigem Bemühen nicht auflaufen konnten. Seine letzten 30 Meter waren wie immer bei ihm so stark, dass die Konkurrenz jegliche Angriffslust verlor. Schlussläufer Silvan Lutz musste ebenfalls nach hinten absichern. Sie Spitze war zu weit weg, als dass ein Einholen möglich war. Als die Spitzenteams auf den letzten 50 Metern wörtlich in Straucheln gelangten, lief Silvan clever aussen herum, auf den letztlich zweiten Rang. Gänsehaut pur für alle Beteiligten und Zuschauer. 

Über 200 Meter schien der Teambenjamin Nick Stalder als sicherer Kandidat für den letzten Platz. Die Zeiten der Gegner waren eindrücklich. Es bedurfte Selbstvertrauen sich in der Mitte dieses Felder, Nick lief auf der Bahn 5, zuversichtlich in die Blöcke zu gehen. Schuss, eine Topreaktion, eine fulminante Beschleunigung, sensationell. Dann nach 60m Brillanz, ein Feuerwerk von Schüssen, die den Lauf beendeten. Ein technischer Fehler. 2 Minuten später war Nicks Start und auch seine Beschleunigung zwar immer noch gut, aber nicht mehr ganz so aussergewöhnlich. Auf den letzten 30 Metern merkte der filigrane Nick, dass es eher ein 260m als ein 200m  Sprint war. Trotzdem, Fünfter in diesem Feld, auf dem Niveau seiner PB und bei -1.2 Meter Gegenwind verdienen Respekt. 

Über die Bahnrunde war Silvan Lutz der Vertreter der LG Bern. So in etwa Dritter, Vierter war in Anbetracht der Gegner und seines aktuellen Formstandes realistisch. Nach sehr starken ersten 250 Meter entstand eine neue Ausgangslage. Vorneweg war die EM Dritte Donald Blair unangetastet in Führung. Dahinter war es eng. Silvan fehlen noch einige intensive Belastungen. Aber der Routinier und Kämpfer fightete hartnäckig und sammelte als Zweiter wichtige Punkte. Seine Zeit, wie alle Zeiten an diesem Anlass, entsprach nicht seinen Erwartungen, die Rangierung sehr wohl.

Pascal Furtwängler hatte nach seinem exzellenten Saisoneinstieg hohe Erwartungen. Lief der dieses Jahr bisher Tempoläufe mit Tempomacher, so war die Meisterschaftsrennen in Tampere ein ganz anderes Rennen. Taktik mit entsprechenden langsamen Abschnitten kamen ihm nicht entgegen. So geschah es, dass die kräftigeren Gegner auf der Zielgeraden noch etwas mehr Reserven hatten. Fazit, keine überragende Zeit und ein guter vierter Rang, aber eben.....

Über 1500 Meter vertrat Hendrik Engel die Berner Farben. Er hatte die Absicht, das Rennen mitzugestalten, was er in der Folge auch tat. Auch hier war das Feld in zwei bzw. dieses Mal in drei Gruppen geteilt. Hendrik attackierte stetig und sorgte dafür, dass das Tempo derart war, dass letztlich nur noch der Tscheche und er selber für den Sieg in Frage kam. Am Ziel fehlten dem engagierten Engel nur 6/10 für den Sieg. Aber wichtiger, er klassierte sich als Zweiter mit sehr guten 3.53.90. 

Ein taktisch sehr kluges Rennen lief Lukas Marti über 5000 Meter. In einem schnellen Rennen lief Lukas mit gutem Gespür fürs Tempo anfänglich zwar in der Spitze mit, liess sich dann aber auf die zweitletzte Position zurückfallen. Nach einer unglaublichen Aufholjagt klassierte er sich hinter dem Klassemann Maru Teferi aus Israel auf Rang zwei. Das Rennen war anspruchsvoll aber die Taktik ging auf und eine persönlicher Bestleistung von 14.34.88 sind der verdiente Lohn. 

Der Wettkampfauftakt absolvierte Andreas Ritz über die Langhürdendistanz. 10 Hürden standen bereit. Andreas bewältigte diese technisch hervorragend. Vor eindrücklicher Kulisse schien es, als fehlte Andreas jene Risikobereitschaft, die  ihn in den nächsten Rennen zu einem 50iger Langhürdler werden lassen. Sein dritter Rang war gut, aber auch ein Sieg wäre denkbar gewesen. Saisonbestleistung war es allemal. 

Alain Croisiers 3000 Meter Steeple-Geschichte ist erzählenswert. Im Wissen darum, dass die LG an diesem Event in Finnland dringend einen Steepler braucht, wurde Alain gebeten, sich doch in dieses Abenteuer zu stürzen. Er nahm die Herausforderung in seiner gewohnt lockeren aber doch zielstrebigen Art an. Vizemeistertitel in Delémont vor drei Wochen und ein unerwarteter zweiter Rang in Tampere sowie zusätzliche neue Perspektiven sind das Resultat seiner Bereitschaft für dieses Abenteuer. Läufertrainer Peter Mathys zeigte sich erstaunt über Alains Mut zu hohem Tempo. Die Gegner schienen auf dem Papier zwar viel schneller als er, aber sie waren es nicht. Alain lief auf den zweiten Rang und eine neue persönliche Bestleistung. 

An der jeweiligen Spitze konnten unsere Springer nicht mitmachen. Ralf Kurath schöpfte bei seinem zweiten Dreisprungwettkampf überhaupt das Potential (noch) nicht aus und mehr als der 7. Rang lag nicht drin. Dass am Ende aber jeder Punkt wichtig ist, hat sich auch diesmal bewahrheitet. Mit je einem 5. Rang beendeten Albion Dautaj den Weitsprung (6.84m) und Quentin Pirlet  den Hochsprungwettkampf (2.00m). Für beide wird in einer Woche am NLA-SVM mehr drin liegen. Mit gesundheitlichen Beschwerden kämpfte Reto Fahrni im Stab so dass er nur aus 8 Schritt und in Turnschuhen antrat. Dies tat er den Umständen entsprechend erfolgreich und teilte sich die Punkte für Rang 3 mit dem Holländer. Hoffen wir, dass in einer Woche die Beschwerden weg sind und sichReto anstelle von 4.45 dann wieder 5.00m gutschreiben lassen kann.

Unser Wurfass, Luca Sclabas, war in Finnland nicht vom Glück verfolgt. Mit der Absicht, einen Doppelstart im Hammer und im Diskus zu absolvieren, trat er seinen Wettkampftag im Hammerwurf an. Doch beim ersten Versuch, der notabene noch fast 40m weit war, zwickte es im Rücken und Luca musste seine Einsätze allesamt absagen. Das Hammerresultat war gebucht und im Diskus kam dann Stefan Schmocker als wertvoller Edeljocker zum Einsatz. So erkämpfte sich Stefan zwar nicht viele, aber am Ende wichtige Punkte fürs Gesamttotal. Die 11.53m im Kugel reichten für 2 Punkte, der Diskuswurf auf 35.37m hingegen reichte knapp nicht für mehr als einen Punkt. Einen Disziplinen-Podestplatz erzielte Bruno Schürch. Mit etwas Reiseanlaufschwierigkeiten traf Bruno erst am Züricher Flughafen zum Team, beschenke dieses aber mit 69.29m und 5 Punkte im Speerwurf.

 

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