2018, 5.5. Lausanne Duell 300m Timo Castrini, Nick Stalder

Während die LG Bern mit einer „Einerdelegation“ in Tampere (FIN) antrat, nutzten zahlreiche TVL Athletinnen und Athleten das Berner Wankdorfstadion als Wettkampfstätte. Anna Rotter, Timo Castrini und Simon Gerber fielen dabei mit Leistungen an der Schweizer Spitze auf. Zum Foto: Das Fernduell Timo Castrini und Nick Stalder ging diesmal zu Gunsten von Timo aus.

 

 

 

 

 

 

200m

Die halbe Bahnrunde war in Bern quantitativ und qualitativ gut besetzt. Über 50 Athletinnen waren am Start und im Gegensatz zu noch einigen wenigen Jahren verdienten alle die Bezeichnung „Athletinnen“. Einzige Vertreterin des TVL war Anna Rotter in der fünften Serie. Sie sah sich bisher als Kurzsprinterin, entsprechend profilierte sie sich bisher 80 und 100 Meter. Sie machte sich etwas Sorgen, ob sie denn die Strecke durchhalten würde. Sie tat es, mehr noch sie gestaltete eine richtiges 200 Meter Rennen mit Power bis ins Ziel. Die 25.58 Sek. gehörten in der Endabrechnung zu den schnellsten Zeiten und brachten sie auf Rang 9 der Schweizer Bestenliste. Es fehlen nur noch 7/100 Sekunden bis zur Limite für die Elite SM in Zofingen. Wahrlich, ein gelungenes Debüt.

Bei den Männern, in Bern wurde nach Bestleistungen und nicht in Alterskategorien gestartet, erlebte Timo Castrini Eigenartiges. Er musste oder durfte in der ersten Serie mitlaufen. Das heisst, mitlaufen konnte er nicht, und oder aber davonlaufen. In seiner Serie startete der Klassesprinter Marie Jean-Yann De Grace. Herkunft Mauritius. Nach einer herausragenden Kurve mit allem was Timo auszeichnet, Kniehub, Druck, Technik zischte der Mann aus Mauritius am Nachwuchsmann Castrini vorbei. Ein Windzug, mehr nicht. Im Ziel stoppten die Uhren für De Grace  20.59 Sekunden und für Timo bei 22.03 Sekunden. EM-Limite bestätigt und gleichzeitig an die Spitze der Schweizer Bestenliste gelaufen, was will man mehr. Die Serie gewinnen? Das fehlen  wohl noch einige Jahre Aufbau. Einen feinen Seriensieg mit neuer persönlicher Bestleistung (23.18 Sek) verzeichnete Dario Kaufmann. Seine dritte Serie war sehr ausgeglichen, umso erfreulicher ist das Resultat auch im Gegnervergleich. Dario ist zunehmend besser in der Lage, seine physischen Fähigkeiten technisch auf die Bahn zu bringen und er setzt sich auf den letzten Metern auch durch. Als Saisoneinstieg wählte Matyas Kobrehel diesen Anlass und ebenfalls die 200 Meter. Er war in den letzten Wochen vom Pech verfolgt. Knieprobleme nach einem Sturz im Frisbee Spiel, mehrmals krank, müde vom Organisieren. Er engagiert sich als OK-Mitglied voll für das CITIUS Meeting, eine hohe Belastung, auch emotional. Seine Zeit, 23.55 Sek. ist unter diesen Umständen ein gelungener Saisonauftakt.    

 

100m

Bei den Frauen startete Joelle Buri. Sie vermochte sich in der achten Serie als Fünfte mit 14.10 Sekunden zu klassieren. Schneller unterwegs war in der neunten Serie Sahra Gerber, die ebenfalls Serienfünfte wurde. Ihre Zeit von 13.70 Sekunden bringt sie auf Rang 143 der Schweizer Bestenliste U18 Frauen. Da ist noch viel Potential für erfreuliche Steigerungen, was sich in den Sprüngen ebenfalls auszahlen wird. 

Bei den Männern muss sich Timo Castrini daran gewöhnen, in Serien mit den Besten eigeteilt zu werden. Überlegen zu siegen wird dabei immer schwieriger. Timo hatte es erstmals mit dem erwähnten De Grace und vor allem mit Simon Graf (LV Winterthur) zu tun. De Grace ist eine Klasse für sich, er läuft mit 10.28 Sek. eine europäische Spitzenzeit. Castrini läuft als Dritter ins Ziel. 10.93 Sekunden brauchte er dafür. Grosse Freude hätte geherrscht, hätte da nicht etwas zu viel Rückenwind (-2.2) die Sprinter unterstützt. Wir erinnern uns. Im Vorjahr musste Timo seine Einsätze dosieren, Knochenhautbeschwerden und körperliche Defizite setzten Grenzen. Dieses Jahr läuft er bereits im Mai bei jedem Start auf Niveau EM-Limite. Geduld lohnt sich offenbar.

   

400m

Vor seiner PB über 200 Meter lief Dario Kaufmann eine Bahnrunde. 52.17 Sekunden brauchte er dafür, nur einmal, 2016 war er schneller unterwegs. Er gestaltete ein gescheites Rennen in der schnellen ersten Serie. Das ist nicht ganz einfach, wenn die Spitze 47er Zeiten läuft. Er wurde Fünfter in seiner Serie. Yves Maritz absolvierte im letzten Jahr keine 400 Meter Rennen, er war verletzungsgeplagt. So wurde er am Samstag in die letzte Serie eingeteilt. Dort fand er keine ernsthaften Gegner. Er gewann seine Serie mit 50.45 Sekunden, und 2 Sekunden Vorsprung auf den Zweitklassierten und 7.3 Sekunden auf den Letztplatzierten der Serie. Yves will dieses Jahr noch viel schneller laufen, obwohl er im Berner Wankdorf die achtbeste Zeit seiner Karriere lief. Und er wird ganz sicher 2018 noch viel schneller laufen. 

 

400m Hürden

Erfolg macht hungrig. Simon Gerber war mit seiner Leistung in Bern nicht wirklich zufrieden. Das mag erstaunen. Er lief mit 55.83 Sekunden eine ausgezeichnete persönliche Bestleistung (Vorjahr 57.42 Sek). Er etablierte sich damit auf Rang 3 der Schweizer Bestenliste U20 und Rang 11 der Elite. Simon selbst meint folgendes zu seinem Lauf: „Wir starteten mit 45 Minuten Verspätung. Ich fühlte mich am Start nicht mehr richtig fit und spritzig. Ich hatte mir vorgenommen bereits nach 200 Meter richtig zu drücken nicht erst auf den letzten Metern. Leider konnte ich das nicht mehr richtig umsetzen. Die letzten zwei Hürden lief ich in einem 17er Rhythmus“. Etwas geärgert hat ihn, dass ein starker nationaler Konkurrent schneller war. Das ist verständlich. Erfolg macht eben hungrig.

 

1500m

Bei den Frauen lief Céline Pfeiffer mit 5.07.44 eine erfreuliche persönliche Bestzeit. Sie profitierte von einem schnellen Rennen und sie konnte sich in der ersten Serie auf Rang 9 platzieren.

 

Weitsprung

Vor ihrem Auftritt über 200 Meter beteiligte sich Anna Rotter an einem interessanten Weitsprungwettkampf. LG Kollegin Gaelle Maonzambi siegte mit 5.87m und einer EM-Limite. Anna verbesserte ihre persönliche Bestleistung auf 5.61m, das bedeutet eine Steigerung gegenüber dem letzten besten Sprung von über 30cm. Das Plus an Schnelligkeit zahlt sich aus. Sprungtrainer David Spichiger freute sich im fernen Tampere (ECCC Wettkampf) und meinte, auch da sei noch nicht das letzte Worte gesprochen, bzw. der letzten Sprung 2018 absolviert. Ihr Rang 6 in der Bestenliste lässt sich sehen. Joelle Buri sprang im gleichen Wettkampf 4.44m.

 


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