180602 SVM Furtwaengler02.06.18 - Die Gesamtresultate und einige Highlights entnehme man der Newsmeldung vom 3.6.2018. In diesem Bericht ist der Fokus auf die Startenden des TVL in den erfolgreichen LG Bern Mannschaften gerichtet. Es ist erfreulich, wie viele persönliche Bestleistungen erzielt wurden und mit welcher Geschlossenheit in den Sprints, Mittel- und Langstrecken und in den Horizontalsprüngen die Startenden des TVL brilliert haben. Die Würfe konnte der Berichterstatter leider nicht mitverfolgen. 

Staffel Männer
Die Staffel der LG Bern 1 hat sich in Basel gut performed. Vierzehn Hundertstel hinter der LCZ Staffel, welche durchaus in ihrer derzeit besten Besetzung antrat, ist erfreulich. Die Zeit von 40.72 Sek. ist die Beste seit 2014. Nach Pena und Clivaz übernahm Ralf Kurath den Staffelstab erneut im Stile eines Routiniers. Es ist nicht anzunehmen, dass seine ehemaligen Staffelkollegen im TV Mels (Sarganserland) ihn gleichermassen gefordert haben. Ralf gestaltete wiederum eine sehr gute Kurve. Der Wechsel zum Silvan Lutz war nicht optimal. Schlussläufer Silvan Lutz wähnte sich wohl in einem 4x400 Meter Rennen, denn er überwachte mit Blickkontakt den Wechsel. Damit ging genau so viel Speed verloren, wie eventuell nötig gewesen wäre, das Rennen um den Tagessieg noch offener zu gestalten. Vier Zehntel schneller als vor Wochenfrist in Tampere und 14 Punkte, diese Fakten der LG Bern Mannschaft lassen sich sehen.   

Die Staffel LG Bern 2 lief auf der undankbaren Bahn 1. Startläufer Tim Stalder liess sich davon nicht beeindrucken. Er zeigte eine in jeder Beziehung überzeugende Kurve und er konnte bereits mit einem leichten Vorsprung an Timo Castrini übergeben. Timo stand mächtig unter Druck. Seine bisherige Staffelbilanz ist nicht makellos. Jetzt sollte er nicht nur übernehmen sondern als zweiter Mann auf der Gegengerade laufend, auch übergeben. Der Wechsel von Tim zu Timo war einwandfrei und derjenige zum Routinier Andreas Ritz ebenfalls ohne Makel. Dazwischen zeigte Timo sein Klasse auf eindrückliche Art und Weise. Andreas Ritz, der auf jeder Strecke eingesetzt werden kann, musste sich gegen die starke Staffel 2 des LCZ wehren. Erfolgreich, denn er konnte immer noch knapp vor dem LCZ an Schlussläufer Nick Stalder übergeben. Es machte den Eindruck, als könnte die Konkurrenz noch gefährlich werden. Nick schien das irgendwie wahr zu nehmen und er machte das einzig richtige, „Gas geben“. Als Erster im Ziel mit 41.81 Sek. Das ist LG Bern 2 Rekord. Auch keine 2. Mannschaft des TV Länggasse war je schneller. 

Staffel Frauen
In der ersten Staffel der LG Bern war der TVL mit Anna Rotter als Schlussläuferin vertreten. Sie hätte mehr Beachtung verdient, denn sie zeigte eine tolle Zielgerade. Nur lief an der Spitze Mujinga Kumbundji von Rang vier bei der Übernahme auf Rang 1 im Ziel. Schweizer Rekord für Vereine. Da ist verständlich, dass Anna nicht die ganze Aufmerksamkeit des Publikums hatte. Die LG Bern lief mit 47.84 Sek. eine gute Zeit. Die zweite Staffel lief, man staune, in einer vollbesetzten zweiten Serie ebenfalls eine bemerkenswerte Zeit. Startläuferin Daniela Schlatter hatte starke Konkurrenz, gegen die sich gut durchzusetzen wusste. Marlen Schmid auf der Gegengerade zeigte, dass sich durchaus auch aussergewöhnliche sprinterische Qualitäten hat. Ramona Bachem in der zweiten Kurve kann und darf noch nicht Vollspeed laufen. Sie muss etwas kontrolliert ans Werk gehen, was sie mit viel Routine und Abgeklärtheit tat. So konnte Schlussläuferin Saskia Münger nach 49.30 Sekunden als Vierte ins Ziel sprinten. Ein spannendes, packendes Staffelrennen.   

100 Meter Männer
Tim Stalder und Timo Castrini starteten in der zweiten Serie. Tim Stalder schoss reaktionsschnell aus dem Startblock. Die ersten Schritte sind noch nicht vollumfänglich stimmig, der Körperschwerpunkt verbleibt um einige wenige Zentimeter zu tief. Tim brauchte etwa 30 Meter, bis er dies vollständig korrigiert hatte. Dann schien es, als würde er sich jeden Konkurrenten einzeln vornehmen. Zuerst war Dominik Fähndrich „fällig“, dann Teamkollege Timo Castrini, dann Tamas Valkay. Übrig blieb der LCZ-ler Herder Da Rocha. Dieser rettete sich mit einem Hunderstel Vorsprung ins Ziel. 10.97 Sekunden, die 11er Schallmauer durchbrochen und 10 wertvolle Punkte für die Endabrechnung sind die höchst erfreuliche Bilanz von Tim. Timo Castrini wurde bereits erwähnt. Ein wichtiges Faktum muss aber dringend ergänzt werden. Seine 11.07 Sekunden für ein technisch sauberes und kontrolliertes Rennen sind nicht nur persönliche Bestleistung, sondern eine Limite für die U18 EM. Gratulation! Seine Steigerung, im Vorjahr lief er 11.43 Sekunden, ist brillant.

200 Meter Männer
Ein erinnerungswürdiges Rennen. Alex Wilson lief mit 20.29 Sekunden Schweizer Rekord. Der Rest im Felde lief kompakt, aber mit deutlichem Abstand dahinter und mit Silvan Lutz an vierter Position auch ein LG Berner. Seine 21.95 Sekunden sind zu diesem Moment dreifach wertvoll. Erstens gab es dafür 12 Punkte, zweitens konnte er sich gegen sehr gute Konkurrenten durchsetzen und drittens war es ein vorzügliches Training für die kommenden schnellen Bahnrunden. Timo Castrini war in dieser ersten Serie mächtig gefordert. Noch nie war er derart schnellen Konkurrenten ausgesetzt. Sein Ziel war, nicht Serienletzter zu werden. Das ist ihm überraschenderweise gelungen. Er setzte sich auf dem Zielstrich mit einem Hunderstel Vorsprung mit 22.37 Sekunden gegen Vincent Notz (Nati Mitglied) durch, der dem LCZ das zweite Zählresultat lieferte. In der zweiten Serie zeigte Tim Stalder erneut eine sehr gute Leistung. 22.07 Sekunden brauchte er. Saisonbestleistung und die zweitbeste Zeit ever. Vor allem aber vermochte er mit einem engagierten Sprint, der vor allem in der zweiten Kurvenhälfte und in der Schlussphase sehr überzeugte, starke Konkurrenten zu schlagen. Er war der Dreifachbelastung gut gewachsen, auch wenn vielleicht im dritten Lauf die Frische für die 21er Zeit fehlte. 

200m Meter Frauen
Anna Rotter startete in der zweiten Serie zusammen mit LG Kollegin Kristina Draganova. Bei diesem dritten Wettkampfeinsatz in Basel fehlte die Frische, die für einen Exploit nötig gewesen wäre. Start und Beschleunigung waren ok, die zweite Kurvenhälfte sehr stark, der Endphase des Rennens ein Duell auf Augenhöhe mit der Züricherin Avril Jackson. Anna Entschied das Duell mit 25.95 Sek. um 2/100 zu ihren Gunsten. Kristina und Leonie (Studer) der LG Bern kamen nicht ganz an die Leistungen von Anna heran.   

400 Meter Männer
Im Vorjahr dominierte Silvan Lutz diese Distanz. In Basel war er noch nicht in der Lage, ganz vorne mitzugehen. Trotzdem war er der drittbeste 400m Sprinter und erneut ein wertvoller Punktelieferant. Er startete gut, lief dann die Gegengerade etwas verhalten. Ab Kurvenbeginn zeigte er bis ins Ziel eine höchst erfreuliche Leistung. Er darf jetzt wagen, die ersten 200 Meter sprinterischer und schneller anzugehen. 48.33 Sekunden war seine Zeit. Dahinter lief Vereinskollege Ralf Kurath ein grandioses Rennen. Er wurde, aussen laufend, recht früh eingeholt. Dann „hängte“ er sich schlicht und einfach an die Besten an. Es wäre zu erwarten gewesen, dass er eingangs Zielgerade dafür büssen müsste. Musste er nicht. Hartnäckig blieb er an der Konkurrenz dran. Persönliche Bestleistung in 48.72 Sekunden, über 1 Sekunde schneller als im Vorjahr. Kompliment. Ebenfalls in der ersten Serie, auf Bahn 1, musste Nick Stalder starten. Drei Vertreter der LG Bern in der ersten Serie? Nick fand zu keinem Zeitpunkt ins Rennen. Er zeigte zu viel Respekt und startete deutlich zu langsam. Eingangs zweite Kurve war der Rückstand zu gross als dass es noch ein inspirierendes Rennen hätte werden können. Innen ganz alleine kämpfte er trotzdem vorbildlich, aber die „verlorene“ Zeit auf der ersten Rennhälfte konnte nicht mehr wettgemacht werden. 50.69 Sekunden, Nick hätte mehr erwartet und er kann auch mehr, viel mehr. 

400 Meter Frauen
Nach ihrem glanzvollen Auftritt über 800 Meter ging Sina Sprecher auch über 400 Meter an den Start. An Konkurrenz mangelte es in ihrer erste Serie nicht. Die Litauerin Agne Serksniené lief für den LCZ mit 51.32 Sek. eine phantastische persönliche Bestleistung. Sarah Atcho, Vanessa Zimmermann, Daniela Kyburz sind klingende Namen in der Schweizer Leichtathletik. Und nur von diesen liess sich Sina in diesem schnellen Rennen bezwingen. Sie konnte mit 55.90 Sekunden eine persönliche Bestzeit verbuchen. Rang 10, wirklich Rang Zehn, in der Schweizer Bestenliste.  

800 Meter Männer
Ein fulminantes Rennen! Pascal Furtwängler hatte sich vorgenommen, immer in Spitzenpositionen zu laufen. Es war ein schnelles Rennen. Obwohl, da es um Punkte ging, auch ein taktisches Laufen denkbar gewesen wäre. Eingangs Zielgerade brachte sich Pascal in eine gute Position und dann sah man in einer sehr spannenden Schlussphase jenen Furtwängler, den wir kennen. Er lässt nicht locker und bringt letztlich 18/100 Vorsprung ins Ziel. Tagessieg und das Punktemaximum. Dahinter war ebenfalls ein sehr starker Hendrik Engel unterwegs. Er war etwas eingeklemmt und musste zwischen 300 Meter und 400 Meter ein kleine Lücke zulassen. Die letzten 200 Meter erforderten viel Kraft und eine ausserordentliche Moral. Beides konnte Hendrik abrufen und er schaffte es, sich voll nach vorne zu orientieren. Die 1.51.94 steht als verdiente persönliche Bestleistung und bringt ihn in die Top 10 der Schweiz. Für den aktuellen Trainingsstand von Reto Ramseier war das Anfangstempo etwas zu hoch. Zunehmend fand er besser ins Rennen, musste aber feststellen, dass es in diesem Rennen in Basel nicht ganz nach vorne reichen würde. Er konsolidierte seinen Platz im Mittelfeld dieser ersten Serie. Die 1.54.06 konnten ihm kein zufriedenes Lachen abgewinnen, auch nicht die Feststellung, dass er in jedem anderen Finalteam ein Zählresultat geliefert hätte.  

800 Meter Frauen
Delia Sclabas, gesundheitlich leicht angeschlagen, machte in ihrem 800 Meter Rennen trotzdem Tempo und konnte mit leichtem Vorsprung gewinnen. Diesen kleinen Vorsprung hatte sie auf LG Kollegin Sina Sprecher, die ein taktisch kluges Rennen gestaltete. Sie fokussierte auf ihre eigene Stärke, kontinuierlich ein hohes Tempo zu halten. Sie hat ihre Tempofestigkeit mit Wettkämpfen über die Bahnrunde gefestigt. 2.07.74 bedeuten persönliche Bestzeit und Rang 3 der Schweizer Bestenliste.   

100 Meter Hürden Frauen
Die Vertreterinnen des TVL in der LG Bern sind keine Hürdenspezialistinnen. Sie haben sich trotzdem gut auf ihren Einsatz in Basel vorbereitet. Auch wenn rhythmisch noch Verbesserungspotential auszumachen ist, können sich die Hürdensprints der beiden sehen lassen. Daniela Schlatter, deren Hürdenvergangenheit sechs Jahre zurück liegt, wurde mit 16.34 Sek. gestoppt, knapp über ihrer Bestleistung. Wenn alles zusammenstimmt, ist auch eine 15er Zeit möglich. Anna Rotter machte in der 3. Serie eine gute Figur auch wenn ihr dieser Lauf nicht nach Wunsch gelang. Ihre 16.20 Sek. sind persönliche Bestleistung und bringen sie auf Rang 5 der Bestenliste U18 (hohe Hürden).  

Weitsprung Frauen
Tagessieg und das Punktemaximum für Daniela Schlatter. 5.75m musste sie dafür springen. Sie begann mit 5.39m, dann mit 3.1 Rückenwind 5.66m und schliesslich zweimal, davon einmal gar mit minimen Gegenwind 5.70m und mehr. Ein verdienter und letztlich klarer Sieg. Marlen Schmid hatte mit Schmerzen im Fuss zu kämpfen. Nach zwei Nullern sicherte sie mit ihrem einzigen gültigen Sprung mit guten 5.48m wertvolle 9 Punkte. Es hat sich gelohnt, auf die Zähne zu beissen. Ramona Bachem konnte sich nach einem ersten Sprung auf 5.25m nicht mehr steigern. Sie hatte mit sehr unterschiedlichen Winden zu kämpfen. Trotzdem vermochte sie 10 Konkurrentinnen zum Teil deutlich zu distanzieren. 

Dreisprung Frauen
Marlen Schmid sprang mit 11.84m eine persönliche Saisonbestleistung. Es war ein Sprung für die Mannschaft, für das Resultat, für Punkte. Nach einem Nuller im zweiten Versuch musste sie dann auf die weiteren Sprünge mit Blick auf die Gesundheit verzichten. Sie wurde Dritte. Sahra Gerber konnte mit ihren vier gültigen Versuchen, dem besten mit 10.50m, wertvolle, spezifische Wettkampferfahrung sammeln. Sie steht mit ihrer Saisonbestleistung von 10.76m auf Rang 10 der Bestenliste U18. 

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