180609 Kantonale Castrini Stalder09.06.18 - Bei idealen äusseren Bedingungen nutzen zahlreiche Athleten die Startmöglichkeiten in Thun bzw. in Genf für herausragende Leistungen. In Thun überzeugten die Kurzsprinter mit aussergewöhnlichen Resultaten, die Springerinnen für gute Gegnervergleiche, der Nachwuchs mit einer sensationellen „Breite“. In den Kategorien U18 und jünger wurde um Titel und Medaillen gekämpft, in den Kategorien Aktive und U20 um Ehre und Ruhm. In Genf liefen Hendrik Engel und Andreas Ritz national herausragende Zeiten.

Bild: Podest U18 M, 100m: Castrini (1.) und Stalder (2.)

 

 

Dominanz der TVL Nachwuchssprinter in Thun

Freude und Leid

Über 100m qualifizierte sich Tim Stalder mit einem deutlichen Vorlaufsieg für den Final. Er war in Form aber mit einem unübersehbaren technischen Mangel im Start- und Beschleunigungsbereich. Es dominierte nicht die Laufbewegung sondern ein starkes „Unterziehen“. Das ist riskant. Im Final, bei dem der TVL Mann nach 50 Metern deutlich in Führung lag, zog sich Tim eine Muskelverletzung zu. Schade. Gute Besserung.

Sensationelle Zeiten

Bei den U18 war die Ausgangslage enorm spannend. Timo Castrini hatte sich auf einen Vorlauf mit überschaubaren Gegnern eingestellt, aber in Thun wurde nicht im Meisterschaftsmodus sondern im Meetingmodus gelaufen. Das heisst, die Stärksten trafen bereits im Vorlauf dann meistens die Gleichen auch wieder im Final. So kam es, dass Nick Stalder mit einem sehr starken Auftritt die Serie gewinnen konnte. Persönliche Bestleistung 11.06 Sek. bei einem Gegenwind von -0.6. Tim wurde vom starken Louis Quiblier um einen Hunderstel auf Platz 3 verwiesen. Im Final trafen Timo Castrini, Nick Stalder und der wiedererstarkte Dominik Ueltschi wieder aufeinander. Diesmal ging Timo mit dem richtigen Fokus ins Rennen. Und was für eine Rennen. Es brauchte die ganze Klasse von Castrini um sich letztlich gegen einen immens starken Nick Stalder in 10.97 Sek. bzw. 10.99 Sek. durchzusetzen. Beide Zeiten sind sensationell. Timo liegt damit auf Rang 2, Nick Stalder auf Rang 4 der Bestenliste. Beide Athleten erfüllen die Norm für die U18 EM. Beide haben an den Trials die Qual der Wahl.

Revanche auf hohem Niveau

Über 200 Meter trafen sich die beiden TVL Vertreter wieder, jetzt beide in Favoritenrollen. Sie erhielten die Order, nur 95% zu leisten. Timo, der insgesamt enorme Fortschritte zeigt, war auch mit reduziertem Schub stark unterwegs. Direkt auf der Bahn vor ihm gelang Nick Stalder ein Bilderbuchstart und auch eine äusserst stimmige Kurve. Er machte ausgangs der schwierigen Thuner Kurve etwas Druck. Damit war er in bester Position für eine entspannte Zielgerade. Timo nahm in besagter Kurve Druck weg, fatale Folge, es drängte ihn nach aussen. Macht keinen Spass dachte er und er nahm deutlich Tempo heraus. Der Lausanner Alan Pichonnaz mit einer starken Kurve glänzte in der Folge nicht mit Stehvermögen. Nick eilte davon und Timo auch mit reduziertem Schub machte wieder Boden gut. Im Ziel stellte Nick dreierlei fest. Erstens Sieg und Meister, zweitens neue persönliche Bestleistung von 22.25 Sek. und drittens Limite auch über 200 Meter für die EM U18, die jetzt insgesamt 9 Athleten erreicht haben. Timo ist dabei momentan auf Platz zwei, Nick auf Platz 6.

Weitere Überraschungen

Simon Gerber startete in der offenen 200er Serie auf Aussenbahn. Die Favoriten innen gaben deutlich mehr „Gas“ und waren bereits ausgangs Kurve vor dem TVL Langhürdler. So nicht, sagte sich dieser und startete eine Aufholjagd die ihn letztlich nahe an die Spitze heranbrachte. Seine Zeit, hervorragende 22.86 Sek und Rang 3. Er verbessert damit seine persönliche Bestleistung um eine halbe Sekunde. Man stelle sich vor, er würde bereits auf den ersten hundert Metern „Gas“ geben. Auch Dario Kaufmann darf mit seinem Auftritt über die halbe Bahnrunde sehr zufrieden sein. Er verbessert in einem soliden Sprint seine persönliche Bestleistung auf gute 23.16 Sek. Damit schafft er zunehmend günstigere Voraussetzungen für eine schnelle Bahnrunde.

Power Girl mit Killerinstinkt

Es macht nicht Spass, Gegnerin von Anna Rotter zu sein. Die fröhliche TVL Athletinnen gewinnt die Herzen der Zuschauer, Gegnerinnen und Helfer aber auch Titel und Medaillen. Über 200 Meter musste Anna in ihrem dritten Einsatz an diesem Tag mehr geben als vielleicht gedacht. Nach einem ordentlichen Start und einer ansehnlichen Beschleunigung war ausgangs Kurve die Bielerin Seraina Lerf erstaunlicherweise hartnäckig mit dabei. Eine erste Druckphase von Anna konterte die Seeländerin noch, bei der zweiten musste sie sich, wenn auch nur knapp, dann doch geschlagen geben. Anna wollte gewinnen, und sie gewann. Als Startdisziplin stelle sich Anna über die altersgerechten 100 Meter Hürden (76.2cm) einer sehr starken Konkurrenz. Mit den Spezialistinnen mit EM Potential konnte sie erwartungsgemäss nicht mithalten. Ihre 15.17 Sekunden sind aber höchst erfreulich und eine Steigerung gegenüber ihrem Disziplinendebüt in Zofingen von über 6/10. Die verpasste Medaille wollte Anna im Weitsprung auf keinen Fall verpassen. Wobei in diesem Wettbewerb ihre Dominanz beeindruckend war. Mit guten, aber nicht überragenden 5.32 Meter wurde sie überlegen Berner Meisterin. Die Bedingungen im Weitsprung waren anspruchsvoll. Sie Springerinnen hatten 2.1 Meter Gegenwind (Sahra Gerbers Sprung auf Rang 4) aber auch mal 1.2 Meter Rückenwind.

Der Sieg zählt

Im Dreisprung der U18 kämpfte Sahra Gerber vor allem gegen die Konkurrenz aus den eigenen Reihen. Sie kam dabei nicht ganz auf ihre Saisonbestleistung von 10.76 Meter heran. Es fehlt etwas an der Entschlossenheit im Anlauf und in den „Drei Sprüngen“. Mit Blick auf einen möglichen Titelgewinn war vielleicht die Risikobereitschaft etwas kontrolliert.

Von Müssen zu Können

Moritz Stuker bereitet ein Hürdenrennen am U20 SVM Finale vor. Er steigerte sich in seinem zweiten Versuch über 110 Hürden um satte sechs Zehntel auf inzwischen beachtliche 15.49 Sek. Damit klassiert er sich in der Bestenliste auf Platz 19. Er bringt mit seiner passenden Körperlänge und der stark verbesserten Grundschnelligkeit gute Voraussetzungen für Hürdenrennen mit.  


AthletiCA Genéve

Mutig zur Topleistung

Das inzwischen vor allem international gut besetzte Meeting in Genf wurde zur „grossen“ Bühne für Hendrik Engel. Wir erinnern uns, im Vorjahr von Hamstringproblemen verfolgt, gelang ihm vieles nicht nach Wunsch. Einige Rennen musste er aufgeben, in anderen wurde er deutlich unter Wert geschlagen. Im Genf liess man Hendrik in der ersten Serie an den Start. Starke nationale und vergleichbare starke internationale Gegner hatten sich viel vorgenommen. Der Kenyaner Sylvester Teimet ging das Rennen als Pacemaker schnell an. Das Feld ging die ersten 80 Meter nicht mit, dann fasste Hendrik Mut und er führte die Spitze des Feldes an den Pacemaker heran. Die nächsten 200 Meter war das Feld wie eine Perlenkette direkt hinter Sylvester aufgereiht. Dann zog der Mann an der Spitze das Tempo wieder etwas an, Henrik Engel „from Germany“ wie der Kommentator bemerkte, folgte als einziger. Das Duo vergrösserte in der Folge den Vorsprung bis auf 20 Meter. Das Feld folgte in gut Schweizerische Manier geschlossen aber bereits ohne Aussicht auf ganz schnelle Zeiten. 300 Meter vor dem Ziel verabschiedete sich der Pacemaker und Hendrik blieb alleine an der Spitze zurück, wohlwissend, dass die Konkurrenz nochmals voll angreifen würde. Das gelang halbwegs dem Genfer Joaquim Jaeger, der das Ziel mit über einer Sekunde Rückstand als Zweiter erreichte. Hendrik wurde für Mut und viel Trainingsarbeit (er trainierte im Winter regelmässig auch Sprint) mit neuer Bestzeit von 3.49.93 Min. belohnt. Eindrücklich, clever, risikofreudig!

Die unheimliche 51er Serie

Über 400m Hürden lief Andreas Ritz in der vierten Serie auf Bahn 2. Das irritierte den Vertreter des TVL, hätte er eigentlich auf eine vorteilhaftere Bahn gesetzt werden müssen. Wie oft erhalten in der Schweiz gleichwertige Ausländer die „guten“ Bahnen während es im Ausland genau umgekehrt ist. Es waren gefühlte schwüle 30° bei denen die Vertreter der Serien 3 und 4 auf der Bahn warten mussten, bis die vorderen Serien im Ziel waren. Andreas, der sich zuvor sehr gute fühlte, verlor etwas die Spannung. Sein Lauf war entsprechend. Für einen überzeugenden Start reichte es, dann zu zögerliche zwei Hürden. Die Zielgerade zeigte dann aber eindrücklich, was der Berner Routinier kann. Er stürmte förmlich an die Spitze heran. 51.87 Sekunden brauchte er für seien Runde. Eine gute Zeit, vergleichsweise besser als die meisten Konkurrenten aber doch nicht die erhoffte und jederzeit eigentlich mögliche 50er Zeit.

Wieder dabei

Bei den Frauen startete Selina Baumberger nach einer Verletzungspause über 800 Meter. Der Wiedereinstieg gelang mit 2.19.24 ordentlich. Sie war damit schneller als am Pfingstmeeting in Zofingen.

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