180616 CITIUS SilvanLutz16.06.18 - Es gibt Nachwuchsathleten und offensichtlich auch Nachwuchsorganisatoren. Diese „verrückten“ Jungs, mit dabei auch TVL Sprinter Matyas Kobrehel, haben es gewagt, nach über 30 Jahren in Bern wieder ein internationales Leichtathletik Meeting mit Eventcharakter zu schaffen. LA-Bern, der verlässliche Organisator auf dem Platz Bern, kann davon nur profitieren. Die CITIUS-Macher haben viel riskiert und alles gewonnen. Sie ermöglichten auch zahlreichen Schweizer inspirierende Starts. Der TVL war klein aber fein vertreten.   

Foto: Silvan Lutz über 400m.
Quelle: Ulf Schiller     

 

Das Versprechen eingelöst 

Wer Pascal Furtwängler und Hendrik Engel vor dem Rennen begegnete, spürte deren Vorfreude und deren unbändiger Wille, im starken Feld auch stark aufzutreten. Es wurde ein spezielles Rennen. Das Tempo war schnell, aber von einigen Tempowechseln geprägt, das Feld ungemein ausgeglichen. Am Ziel lagen 8 Läufer innerhalb von 1.6 Sekunden. Die Ausländer dominierten, ohne überragend zu sein. Pascal ging alle Tempowechsel mit, er lief im Feld mit, etwas unüblich für ihn. Aber er schien jederzeit hellwach, um in keine der Taktikfallen oder Rempeleien zu tappen. Eine wiederum starke Zielgerade brachte ihn auf Rang 4 und damit an die Spitze der Schweizer Vertreter. Freude herrschte, vor allem über eine starke neue persönliche Bestleistung von 1.48.85. Hendrik Engel, vor einer Woche überragend über 1500 Meter, kämpfte schlicht und ergreifend während den zwei Bahnrunden mit Herz, Willen und Können. Dafür wurde er mit einer Bestleistung von 1.50.53 belohnt. Ein derart homogenes Feld verlangt volle Aufmerksamkeit. Hendrik, der Laufkünstler, hat noch etwas weniger Routine sich in solcher Umgebung zu bewegen. Es fehlt wenig, und er wird auch in solchen Feldern vorweg laufen. Die beiden TVL Athleten zeigten wie gewohnt ihre Freude über ihre Leistungen, was dazu führte, dass zahlreichen jungen Fans Autogramme geben mussten. Nur Wilson und Kambundji waren „angesagter“.  In der nationalen Serie stellte sich Alain Croisier einem ebenfalls starken Feld. Gewonnen wurde das Rennen von Dominik Ummel, dem Sohn des ehemaligen TVL Weitspringers. Alain lief die erste Bahnrunde meisterlich, dann folgten 150 Meter unter dem Motto „Bedenkzeit“, dann bis ins Ziel wieder ein starker Auftritt. Dank der überzeugenden Rennabschnitte darf Alain mit 1.54.87 Min. eine persönliche Bestzeit verbuchen. Ihm ist der Wechsel von der langen Steeple-Strecke auf die „sprinterischen“ 800 Meter gut gelungen. 

Glänzend rehabilitiert

Nick Stalder war mit seinem Auftritt über 400 Meter am SVM in Basel nicht zufrieden. Er lief eine, in seinen Worten, schwache Zeit und sein stärkster nationaler Konkurrent setzte sich mit 49.31 Sek., einer Hammerzeit, an die nationale Spitze. Nick fühlte sich herausgefordert! Im nationalen Programm wurde ihm in der zweiten Serie ein passender Startplatz geboten. Es wurde nach wenigen Rennmetern klar, Nick wollte wieder zurück auf Platz 1 der Schweizer U18. Es ging auch um die Plätze für die U18 Europameisterschaften in Ungarn. Nick lief ein ganz starkes Rennen. Ein hohes Tempo, kein Stop-and-go, vorzügliche Sprinttechnik und eine kluge Einteilung der Kräfte führten zum Seriensieg. Mit 49.13 Sek. gelang ihm eine überragende persönliche Bestleistung. Zum Vergleich, Silvan Lutz lief im gleichen Alter 50.23 Sek. Damit ist Nick wenige Tage vor der EM-Selektion wieder die Nummer 1 der Schweiz. 

Wau!

In der Serie mit Nick Stalder lief auch Simon Gerber mit. Er hatte sich vorgenommen, bereits in der ersten Rennhälfte etwas aktiver zu sein, etwas mehr zu investieren. Der Hürdenspezialist bewies in diesem tollen Rennen, dass er auch über 400 Meter flach eine erfreuliche Zukunft hat. Seine zweite Kurve und seine Zielgerade gehörten mit zum technisch Feinsten, was es in diesem ersten CITIUS Meeting zu sehen gab. Er wurde dafür mit unerwartet starken 50.28 Sek. belohnt. Er verbessert seine ohnehin schon starke Bestleistung um über eine halbe Sekunde und schafft es auch über 400 Meter in die altersbereinigte Top 10. Damit hat er auch über 400 Meter die Limite für die Elite-SM (50.40) geschafft. Yves Maritz, befreit vom Prüfungsstress aber physisch erschöpft, wagte trotzdem ein Start. Es war harte Arbeit ohne nennenswertes Ergebnis. Er wurde disqualifiziert. Ein gutes Training, wenigstens! 

Der Weg zurück an die Spitze

Die CITIUS Verantwortlichen haben im Pre-Programm speziell für Silvan Lutz eine spannende 400 Meter Serie zusammengestellt. Bei der Planung damals ging männiglich davon aus, dass Silvan dieses Meeting mit einer Ausnahmeleistung mitprägen könnte. Wie wir wissen, hatte Silvan während den letzten sechs Wochen mit Achillessehnenproblemen zu kämpfen. Es fehlen die wichtigen Belastungen mit hohen Intensitäten. Silvan ist alles andere als ein Hasardeur, er braucht Sicherheit um seine ganzes Können zu zeigen. An diesem schönen Sommersamstag im Wankdorf machte er einen ersten wichtigen Schritt zurück an die Schweizer Spitze. Nach einem einwandfreien Start machte er auf der ersten Rennhälfte Tempo und zeigte sich endlich wieder locker und angriffig. Die zweite Kurve war dann etwas mehr „Arbeit“ aber noch immer auf hohem Niveau. Auf der Zielgeraden fehlten die angesprochenen Trainings mit hoher Intensität. Trotzdem kämpfte Silvan bis ins Ziel. Wir erinnern uns, Silvan hatte vor einigen Jahren eine vergleichbare Situation. Nach einer ebenfalls unbefriedigenden Zielgeraden, ebenfalls im Wankdorf, stürmte er drei Wochen später zum nationalen Titel. 

Eine „Marke“ bei den Mittelstreckenfrauen

Es war ein irres 800 Meter Rennen der Frauen. Starke Ausländerinnen dachten, mit einer überschaubaren Leistung vorne weg zu laufen. Delia Sclabas, das Schweizer Laufwunden, so der Speaker, passte das Tempo der Gegnerinnen nicht, sie lief auf und davon. Als dann die Britin Marie Smith auf der Zielgeraden den vermeintlich leichten Sieg doch noch erkämpfen wollte, verteidigte die kleine Bernerin die Spitze hartnäckig. Mit diesen Entscheidungen hatte Sina Sprecher (noch?) nichts zu tun. Sie lief wieder ein kluges Rennen, konnte aber nicht vom „zu“ schnellen Tempo der Spitze profitieren. Sie läuft starke und sichere Rennen. Sie ist in den beiden letzten Jahren zu einer veritablen „Marke“ im Schweizer Mittelstreckenbereich geworden. Da kommt noch was!  

TVL Apéro für Jung und Alt

Der Vorstand der TVL Leichtathletik nutzte die Gelegenheit an diesem hervorragend organisierten Anlass, für seine Mitglieder ein einmaliges Erlebnis zu bieten. Zwischen 19.15h und 20.00 genossen gegen 60 TVLer/Innen im Innenraum der Rundbahn die Rennen in einer  ungewohnten, und unter die Haut gehenden Athmosphäre. Das Buffet mit Speis und Trank versorgte unsere Mitglieder mit den nötigen Kräften für das nachfolgenden Hauptprogramm und so war es kaum verwunderlich, dass der TVL-Block auf der Haupttribühne dann für mächtig Stimmung sorgte. Ein gelungener Anlass von A bis Z. Ein grosses Dankeschon an die CITIUS-Organisatoren!

Webseite CITIUS: http://www.citius-meeting.ch
Rangliste: http://www.citius-meeting.ch/live-resultate 

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