180915 Team SM Podest1500 Maenner15.09.18 - Bei angenehmen Temperaturen und gut organisiert fand mit der Team SM 2018 ein würdiger Saisonschluss statt. Die Organisatoren boten eine sympathische Plattform für diese Meisterschaft, die viel für die Breitenentwicklung leisten kann. Leider wird deutlich, dass in einigen Disziplinen isolierte Einzelkämpfer unterwegs sind, deren Breitenwirkung und Vorbildwirkung nicht greift. Während in den Mittelstrecken und in den Würfen die Besten am Start waren, verzichteten viele gute Sprinter darauf, ihre Vereinsteams zu unterstützen. Eine Entwicklung, die der nationalen Leichtathletik mittelfristig nicht helfen wird.
Bild: Podest 1500m Männer

 

 

100m Männer, Männer

Vorweg, es war kein Sprintfestival. Nur wenige Topleute waren noch am Start. Seitens der LG waren Clivaz und Peña auffällige Abwesende. Andreas Ritz, in der dritten Serie startend, lieferte mit einer persönlichen Saisonbestleistung von 11.19 Sek. das beste Zählresultat. Ein guter Lauf, vielleicht nicht ganz so „powerful“ wie gewünscht. Auf dem zweiten Streckenabschnitt gelang eine erfreulich souveräne Schrittverlängerung. Mit 11.22 Sek., nur wenig langsamer aber mit beträchtlichem Gegenwind, trug Silvan das zweite Zählresultat bei. Nach einem verschlafenen Start kam Silvan nie richtig in Fahrt. Die Gegner, allesamt Schweizer Spitze, machten die Aufgabe nicht leichter. Ralf Kurath mit 11.28 Sek. und Stalder Nick mit 11.40 Sek. mussten, nach den überragenden Auftritten an den Nachwuchsmeisterschaften eine Woche zuvor feststellen, dass die „Luft“ etwas „draussen“ war. In der vierten Serie nutzten Dario Kaufmann mit 11.29 Sek. und Stefan Schmocker mit 11.35 Sek. den Auftritt für persönliche Bestleistungen. Dies gelang im ganzen Feld nur diesen beiden. Matyas Kobrehel verbuchte eine Saisonbestleistung und er erhielt von Kennern und Freunden hohe Techniknoten. Simon Gerber verletzte sich leider. Gute Besserung! 
Das Quartett wurde hinter dem BTV Aarau, dem LCZ und COA Lausanne Riviera Vierte. Das Team LG Bern 2 wurde mit erstaunlich geringem Rückstand Fünfte. 

400m Männer, Männer

Ein emotionaler Höhepunkt für die zahlreichen LG Bern Athleten und Athletinnen und Mitgereiste und nicht zuletzt für Andreas Ritz selber. 

180915 AndreasRitzAndreas Ritz, letzter Wettkampf

Nach 12 Jahren beim TVL Länggasse Bern, nach 8 Schweizer Meistertiteln und 28 SM Medaillen beendet Andreas seine aktive Wettkampflaufbahn. Er ging in der zweiten Serie mit Nick Stalder ins Rennen. Die beiden trennen 12 Lebensjahre aber im Ziel nur 7 Hundertstel. Andreas Ritz noch immer stark in Form, machte in dieser Serie einen ganz starken Eindruck. Er lieferte sich ein spannendes und hochstehendes Rennen mit den 400 Meter Spezialisten Vincent Notz und Nick Stalder. Wie wir es viele Jahre erleben durften, kämpfte er auch in seinem letzten Rennen mit einem exzellenten Stehvermögen auf den letzten Metern mit nie nachlassender Energie. Nochmals ein staunenswerter Auftritt. Nick Stalder wurde vom Andreas zur drittbesten Zeit seiner noch jungen Karriere angetrieben. Das war ein bemerkenswerter Auftritt, vielleicht technisch und kämpferisch noch besser als beim Meistertitel. 

In der ersten 400m-Serie, einer wirklich starken Serie, schien Silvan Lutz nicht voll von sich überzeugt gewesen zu sein. Er ging das Rennen schnell, aber nicht schnell genug an, um als Erster anzukommen. Eine diesmal starke zweite Rennhälfte zeigte, dass noch mehr möglich gewesen wäre. Seine 48.83 Sek. sind unter diesen Vorzeichen eine schöne Leistung. Nach einer schwierigen Saison hätte manch einer auf ein Rennen an der Team-SM verzichtet. Silvan nicht, er stand zur Verfügung und er zeigte Klasse. Ralf Kurath, ebenfalls in der ersten Serie auf Bahn 1 startend, müsste mit seinen 49.56 Sek., seiner fünftbesten je gelaufenen Zeit eigentlich zufrieden sein. Er meinte jedoch: „Ich hätte schneller laufen wollen“. Die dritte Serie war ausschliesslich gelb-blau, vier Vertreter der LG Bern und zwei Vertreter des LC Zürich. Gewonnen hat mit einer unwiderstehlichen Zielgeraden nach verhaltenem Beginn Hendrik Engel mit einer neuen PB von 50.19 Sek. Zur Erinnerung, er lief zuvor über 1500 Meter bereits eine tolle Zeit. Eine bestechende Spätform und ein ungemein mutiger und kämpferischer Auftritt verhalf Stefan Schmocker mit 50.29 Sek. ebenfalls zu einer persönlichen Bestleistung. Der zweite Rennabschnitt war wie gewohnt Kämpfen und Leiden aber die erste Rennhälfte war diesmal Sprint, technisch guter Sprint und kurzen Bodenkontakten. Dario Kaufmann, vor Wochenfrist mit glänzender PB unterwegs, konnte nicht mehr ganz so stark auftrumpfen. Allerdings sind seine 50.85 Sek. seine zweitbeste je gelaufene Zeit. Matyas Korbrehel konnte im letzten Rennen der Saison nochmals Saisonbestleistung laufen. 52.61 Sek. brauchte er dafür. Was beweist, dass er in den letzten Wochen wieder gut trainiert hat. 
Die guten Leistungen von Lutz, Stalder, Ritz und Kurath wurden mit dem zweiten Rang belohnt. Damit kommt zu den 27 Meisterschaftsmedaillen bei Andreas Ritz bei seinem letzten Auftritt eine 28. Medaille dazu. Das zweite Team der LG Bern wurde gute Vierte. 

1500 Meter, Männer

Die Herren Furtwängler, Engel, Mengestabe und Croisier hatten einen klaren Plan, um den Meistertitel nach Bern zu holen. Die beiden Leaders, Furtwängler und Engel, wollten  das Rennen mit einer rausgeklügelten Taktik so gestalten, dass unsere Nummer drei in der Spitzengruppe folgen konnte und so den Rückstand auf die ausgeglichenen Genfer im Rahmen halten konnte. Wenig Rückstand der Nummer 3 und starke Endspurts der Nummer 1 und 2 sollten im Schnitt besser sein als die drei besten Genfer Resultate. Der Rennverlauf zeigte dann auch schnell, dass Pascal und Hendrik die Chefs auf der Piste waren. Sie diktierten das Tempo, die Tempowechsel und die Führungsarbeit. Wie stark die beiden sind, zeigen ihre Zeiten, 3.51.24 für Pascal und 3.52.42 für Hendrik. Wohlverstanden, diese Zeiten wurden einem von Taktik geprägten Rennen erzielt. Marc Bill der starke Mann vom STB konnte sich nur ganz knapp vor Hendrik ins Ziel „retten“. Unbeirrt vom taktischen Geplänkel lief Kiflay Mengestabe mit 3.57.01 eine überragende, überraschende und ganz hoch einzustufende persönliche Bestleistung. Das Quartett wurde vor den sehr ausgeglichenen Genfern Schweizer Team Meister 2018, womit der Plan vollumfänglich aufging. Im wahrsten Sinne des Wortes eine Meisterleistung!

Weitsprung, Frauen

Im Gegensatz zu manchen anderen Disziplinen an dieser Team-SM war der Weitsprung der Frauen absolut top besetzt. Bis auf die CA Genève waren die acht besten Weitsprungteams der Schweiz anwesend und versprachen einen spannenden Wettkampf. Die gemeldeten Durchschnittsleistungen der ersten 7 Teams lagen innerhalb von 10cm und auch Team acht viel wenig ab. Es zeigte sich aber rasch, dass die Anlagen in Regensdorf keine Sprungschanzen sind. Alle Athletinnen landeten in den ersten Durchgängen 20-30cm hinter ihren üblichen Weiten und kämpften zudem mit wechselndem Wind von -2.0 bis +1.9m/s.
Das LG Bern Quartett mit Gaelle Maonzambi, Marlen Schmid, Anna Rotter und Sahra Gerber nahm den Wettkampf als klare Medaillenanwärter in Angriff und meisterten ihre Aufgabe bravourös. Mit 7cm Vorsprung auf die Plätze 2 und 3 gewannen die vier Athletinnen nicht nur eine Medaille, sondern sogar den Titel. Damit holte die LG Bern nach dem Dreisprungtitel von letztem Jahr auch den zweiten Horizontalsprungtitel der Frauen in die Hauptstadt. 

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