190518 MeetingBasel TimStalder18.05.19 - Etliche Athletinnen und Athleten des TVL wagten in Basel ihren Saisoneinstieg oder sie bestritten Aufbauwettkämpfe. Generell, die misslichen Wetterbedingungen der letzten drei Wochen führen sichtbar dazu, dass allesamt noch deutlich von ihrer Bestform entfernt sind. Das war keine Überraschung. Die Resultate richtig einzuordnen bereitete da und dort dann doch etwas Mühe. Die klimatischen Bedingungen waren gut, die Organisatoren kämpften mit der Technik und der Bewältigung der vielen Serien. Zeitweise war der Rückstand auf den Zeitplan über 45 Minuten. 

| 100m | 150m | 110Hü | 300Hü | 300m | Weit |

 

100m

Timo Castrin istartete in der sehr starken ersten Serie der U20. Bei leichtem Gegenwind war Timo 11.19 Sekunden unterwegs, 11/100 länger als der Schnellste, Simon Graf und 9/100 länger als der internationale Top Hürdensprinter Nick Rüegg. Timo, ohnehin keine „Startrakete“ liess sich in Basel noch etwas mehr Zeit um in die Gänge zu kommen. Anschliessend war an seinem Kurzsprint Saisoneinstieg nichts mehr auszusetzen. Ein guter Sprint mit einem starken Finish. In Form wird dann wohl einiges noch anders aussehen. Nick Stalder, ebenfalls in der ersten Serie laufend, fand zu keinem Zeitpunkt ins Rennen. Für gute Kurzsprintzeiten fehlen momentan noch das Gefühl und auch die Power. Da braucht es Geduld und einige Wettkämpfe bis zur Rückkehr an die Spitze der nationalen U20 Sprintgilde. Nick kennt das und er hat diese Herausforderung in den letzten Jahren stets vorzüglich gemeistert. 

150m 

190519 MeetingBasel DanielaSchlatterTim Stalder startete erstmals über die selten gelaufene Distanz von 150m. Start ist mitten in der Kurve. Das verlangt einiges an Laufgefühl und Technik. Er selbst berichtet: „Am Start bin ich stillgestanden“. Wenn dem so ist, muss der Rest des Laufes sehr gut gewesen sein. Seine 16.64 bei 1.6m/sek. Gegenwind sind eine starke Leistung. Dies belegt seine Position 8 in der Schweizer Bestenliste. Apropos „selten gelaufen“. Deutlich über 100 Sprinter haben in diesem Jahr diese Distanz bereits absolviert. Starke Phasen in seinem Lauf waren der
Abschnitt Ende Kurve anfangs Gerade und die letzten 40 Meter. Daniela Schlatter wagte sich ebenfalls erstmals an die 150m Strecke. Es gelang ihr ein guter und mit 19.55 auch ein schneller Lauf. Start und Kurve hätte auf eine tiefe 19er Zeit hingedeutet. Die Schrittverlängerung auf der Zielgeraden gelingt „noch“ nicht wunschgemäss. Bei den Frauen ist die Leistungsdichte zwischen 19.20 Sek. und 19.60 Sek. mit über 30 Sprinterinnen sehr hoch. Trainingskollegin Anna Rotter lief in der Kategorie U18 in der vierten Serie schöne 20.03 Sek. Das deutet auf ein gelungenes Rennen hin. Auf Aussenbahn wurde sie gejagt aber nur von einer einzigen Gegnerin eingeholt. Das verdankt sie ihrem guten Stehvermögen, welches sie beim anschliessenden 300er erneut beweisen konnte. 44.43 Sek. brauchte sie für die anspruchsvolle Distanz. Top 25 in der Schweizer Bestenliste, ein starke Leistung für eine Kurzsprinterin und Weitspringerin.         

110m Hürden

Stefan Schmocker, er trainiert mit den TVL Athleten, lief in der zweiten Serie als Zweitschnellster die 110m Hürden in 16.01 Sekunden. Obwohl es seine viertbeste je gelaufene Zeit ist, war er damit nicht wirklich zufrieden. Verglichen mit seinen Trainingssprints fehlte diesem Rennen die Leichtigkeit und Geschmeidigkeit. Technisch und rhythmisch mehr als solide musste auch er feststellen, es braucht noch einige Wettkämpfe, um in Form zu kommen. Er wird ohne Zweifel dieses Jahr seine persönliche Bestzeit deutlich senken. Das gilt gleich auch für seinen Auftritt über 150 Meter. 

300m Hürden

Bei den Aktiven absolvierte Yves Maritz ein starkes Rennen. Im Vorjahr lief er im selben Meeting 39.43, dieses Jahr mit deutlich weniger Trainingsumfang (er leistet seit Herbst 2018 Zivildienst) 39.80 Sekunden. Es war ein sehr solides Rennen, der Rhythmus stimmte und auch die letzten 50 Meter waren sehr gut anzusehen. Man darf gespannt sein, ob er auch über 400m Hürden trotz fehlenden spezifischen Trainings genügend Reserven wird mobilisieren können. Wieder vollständig genesen, ging es beim U20 Athleten Simon Gerber darum, die Sicherheit für Wettkämpfe zu gewinnen. Er hatte vom Hürdencoach Thomas Wild die Vorgabe erhalten, mit einem 15er Schrittrhythmus zu laufen. Er erzielte auch so eine persönliche Bestleistung von 40.07 (Vorjahr 40.20). 

300m

Luca Flück ging berechtigt mit hohen Erwartungen ins Rennen. Ein Rennen, in dem ihm nichts von alledem, was er sich vorgenommen hatte, gelang. Start und Beschleunigung wirkten gehemmt, der Rest war nur mehr ein Kampf. Ein Kampf mit der Technik, mit der Lockerheit und mit den erstaunlich starken Gegnern. Im Bereich Change lehrt die Wissenschaft das Veränderungen vorerst immer mit einer Leistungseinbusse verbunden sind. Es besteht die berechtigte Zuversicht, dass dieses Phänomen auch bei Luca zutrifft. Unter diesen Umständen ist seine Zeit 34.51 Sek. fast gar noch als erstaunlich gut einzustufen. Ralf Kurath stelle sich dieser Disziplin zum ersten Mal. Er wirkte ebenfalls etwas „verloren“. Ist das nun ein Kurz- oder Langsprint? Er ging sein Rennen mit zu wenig Überzeugung an. Dadurch gerieten die Schritte etwas träge und daraus konnte sich dann letztlich nicht mehr die unwiderstehliche Kurath-Zielgerade entwickeln. 35.37 Sek., persönliche Bestleistung natürlich, aber es war ja auch sein erstes Mal. Matyas Kobrehel schien in seiner derzeitigen Verfassung (gesundheitlich etwas angeschlagen und im CITIUS Dauerstress) in der starken ersten Serie fehl am Platze zu sein. Es erstaunt deshalb umso mehr, dass er unerschrocken mitlief und mit 36.63 Sek. seine bisher zweitbeste Zeit zu laufen vermochte. Wie im Training, so auch in diesem Rennen, er ist technisch derzeit schlicht und ergreifend „sauguet“. Bei den U18 starteten die beiden Mittelstreckler Fabio Vogel und Silvan Ryser. Fabio ging das Rennen unerschrocken schnell an. Das ging bis eingangs Zielgeraden gut. Dann war er dem ungewohnten Tempo nicht mehr gewachsen und Teamkollege Ryser konnte ihn auf- und überholen. In Erwartung einer guten Zeit (gemäss Rangreihenfolge beim Zieleinlauf eine 39er Zeit) leuchtete ein DQ auf. Er wurde disqualifiziert, vermeintlich wegen Bahnübertretung. So war am Schluss doch wieder Fabio mit 40.81 Sek. vorne. Beide überraschten mit unerwartet starken Auftritten über diese ungewohnte Distanz.

Weitsprung

Bei unkonstantem Wind, der mehrheitlich von vorne kam, kämpften unsere Weitsprungerinnen um gültig Sprünge. Zwischen +2.2 und -1.8m/s blies der Wind unangenehm stark und unberechenbar. Entsprechend fehlte im Anlauf sowol bei Daniela Schlatter als auch Océane Köchli das Tempo und die nötige Lockerheit, um den Balken sauber angreifen und überlaufen zu können. Nach drei Nullern zu Wettkampfbeginn fand Daniela den Wettkampfrhythmus nur schwer und landete beim besten ihrer drei weiteren Sprünge bei 5.56m (-1.6m/s). In Anbetracht der Umstände ein gutes Resultate. Allerdings dürften diese Umstände langsam aber sicher auch mal zu Gunsten der Athleten/innen ausfallen, so dass die Leistungspotentiale auch abgerufen werden können (in anderen Worten: "Wetter, du nervst uns!"). Unbeeindruckt vom Wind lieferte Océane Köchli einen tollen Wettkampf ab. Mit 5.20 (-0.7m/s) sprang sie eine neue Bestleistung und deutete an, zu was sie bei guten Bedingungen fähig ist. Wir freuen uns auf die kommenden Wettkämpfe.

Link auf die Rangliste

Nächste Veranstaltungen

03 Aug 2019 - Leichtathletik
CITIUS Meeting 2019
20 Sep 2019 - Leichtathletik
LA Chargiertentagung 2019
25 Okt 2019 - Leichtathletik
LAAP 2019