190630 Mannheim Castrini01.07.19 - Ob Mannheim, La Chaux-de-Fonds, Olten oder Schachen, am Wochenende vom 30. Juni/1. Juli wussten viele TVL-Athleten/innen zu überzeugen. Unsere Youngsters starteten in Mannheim auf internationalem Parkett und auch in der Schweiz wurden super Resultate erzielt. Mit 8:24.23 setzte insbesondere Lukas Marti über 3000m ein Ausrufezeichen und hievte sich damit an die Spitze der Schweizer Bestenliste.

 

TVL Athleten in Mannheim

An diesem letzten Juni-Wochenende starteten zwei Athleten des TVL an der Junioren Gala in Mannheim. Auf der Anlage, die eher Dorfcharakter hat, die versteckt hinter Hecken und einer Strassenwirtschaft liegt, die über sechs in die Jahre gekommenen Bahnen verfügt, treffen sich jedes Jahr die besten U20 Europäer zu einem hochklassigen Stelldichein. Das ganze Meeting wird durch die Unbekümmertheit der ausschliesslich jugendlichen Sportlerinnen und Sportler geprägt. Einmal mehr war der Anlass trotz über 40° Hitze eine coole Sache.   

Timo Castrini und Simon Gerber hatten in der Saisonplanung vorgesehen, im Mannheim Grosses zu leisten. Der bisherige Saisonverlauf liess allerdings nicht darauf schliessen, dass es gelingen würde. So ist es dann auch gekommen. Erwähnenswert sind vor allem unvorhergesehene Ereignisse.

Nicht vorgesehen war der Einsatz von Timo in der U20 National-Staffel. Eric De Groot, ein Athlet mit deutlich besseren Einzelresultaten, fühlte sich nicht gut. An seiner Stelle wurde Timo als Schlussläufer nominiert. Nach dem Motto „allzeit bereit“ nutzte Timo die Gelegenheit für einen überzeugenden Auftritt. Sein Wechsel war der Beste, sein Schlussgerade auch im Gegnervergleich sehr stark. Timo hat sich in kurzer Zeit zu einem erstklassigen und verlässlichen Staffelsprinter entwickelt. Die Staffel lief mit 41.66 Sek. ein Saisonbestleistung, in Anbetracht zweier schwacher Wechsel, eine gute Leistung. Am Sonntag fühlte sich Erich De Groot wieder gut. Er ersetzte Timo als Schlussläufer, das Quartett zeigte diesmal bessere Wechsel war aber klar weniger schnell als das Team am Samstag. Nicht überraschend, der zweitschnellste Mann des Vortages, Timo, war nicht mehr dabei. 

Am Sonntagvormittag startet Simon Gerber über 400m Hürden. Er lief auf Bahn 2 in einer Serie mit dem stärksten U20 Langhürdensprinter Europas. Technisch und rhythmisch war Simon in Mannheim mit den Besten auf Augenhöhe. Eine Demonstration auf hohem Niveau, leider aber nur auf den ersten drei Hürden tempomässig auf der Höhe seiner Bestzeit. In der Folge verlor Simon zwischen jeder Hürde +/- zwei Zehntel. Das summiert sich und ergab in Mannheim 56.19 Sek. Als Simon auf dem Boden sitzend ernüchtert auf die Anzeigetafel blickte, trat eine resolute deutsche Brünnhilde auf ihn zu mit der „bellenden“ Frage: „Sind Sie volljährig?“. Simon wusste nicht, wie ihm geschah, was diese Frage sollte. „Sie müssen zur Dopingkontrolle!“, war die unmissverständliche Aufforderung und in Anbetracht der stämmigen Statur der Dame auch gleichzeitig eine Drohung. So geschah es, dass Simon fortan in Begleitung seine Utensilien einsammelte und seinen Rucksack suchte. Die Dame geleitete Simon zur Dopingkontrolle, die er nach etwas über zwei Stunden und etwas über 4½ Liter Mineral, Apfelsaftschorle, Coca Cola und Eistee endlich wieder verlassen konnte. Das Meeting hat Simon weitgehend verpasst, das Prozedere einer Dopingkontrolle nach internationalen Normen kennt er künftig. Hoffentlich (dies nur mit Blick auf seine sportliche Entwicklung) kann er noch oft von dieser Erfahrung profitieren. 

Timo Castrini lief derweil seinen 200er. Mit 22.68 Sek. erneut eine für ihn eher schwache Zeit. Es war ein korrekter Lauf. Elastizität, Speed und der sichtbare Wille über die Bahn zu trommeln vermisste man in Mannheim. Er reiste erst am Samstag an, weil er am Freitagabend an seiner Maturafeier teilnahm. Eine überragend gute Matura tröstete allerdings nicht wirklich über die 200er Zeit. Sein Auftritt als Staffelläufer war da auf einem ganz anderen Niveau. Die beiden starken Nachwuchssprinter können sich jetzt, nach erfolgreich bestandenen Prüfungen auf den Sport konzentrieren. 

La Chaux-de-Fonds, 30. Juni 2019

Bei idealen äusseren Bedingungen „explodierte“ die Schweizer Leichtathletik in La Chaux-de-Fonds. TVL-seitig gilt das zumindest auch für Dario Kaufmann. Er lief über 200m persönliche Bestleistung und mit 22.97 Sek. erstmals eine Zeit unter 23.00. Er hat es mehr als verdient, einige Jahre lang hat er diese „Mauer“ attackiert und nie aufgegeben. Seine im Training sichtbare Explosivität und Elastizität kann er jetzt auf die Bahn bringen. Er zeigte in La Chaux-de-Fonds auch auf der Zielgeraden viel Power und er wurde durch Konkurrent Nick Stalder, der allerdings bereits einen 400er in den Beinen hatte, zusätzlich angespornt. Nick lief 23.36 Sek. nachdem er über 400 Meter zuvor 52.14 Sek. gelaufen war. Ratlosigkeit herrscht. Im Vorjahr hätte für diese Zeit gerademal joggen müssen. Über 400m war auch Silvan Ryser am Start. Mit 55.45 Sek. verfehlte er dabei seine persönliche Bestleistung nur um wenige Zehntel. Fabio Vogel gab im Jura sein Debüt über 200m. Bei etwas zu starkem Rückenwind lief er 25.02 Sek. Es ist klug von den beiden Mittelstreckenläufern vorerst immer mal wieder auch über kürzere Distanzen an den Start zu gehen. 

Olten, 2. Juli 2019

Bei sehr guten Bedingungen startete Ralf Kurath, der Sechskampf Sieger des ETF 2019 am Abendmeeting in Olten. Bei leichtem Gegenwind lief er über 200m 22.09 Sek. und über 100m 11.15 Sek. Er bestätigt damit seine gute Form auch auf der eher „langsamen“ Bahn in Olten. Die 22.09 Sek. bedeuten für ihn eine persönliche Bestleistung. Ebenfalls am Start in Olten war Sina Sprecher. Ihre Zeit über 800m 2.08.67 reichte in Olten zum Sieg und es ist die fünftbeste Zeit ihrer Karriere.  

Schachencup Brugg, 2. Juli 2019

Bei ebenfalls guten Bedingungen vermochte Lukas Marti am Schachencup in Brugg eine neue persönliche Bestleistung zu erzielen. Über 3000m brauchte er 8:24.23. Mit dieser hervorragenden Zeit setzt sich Lukas an die Spitze der Schweizer Saisonbestenliste 2019. Herzliche Gratulation für diese Klasseleistung.