190709 Athletissima Flueck09.07.19 - Neben dem U20 SVM in Sion nahmen am letzten Wochenende einige TVL Athletinnen und Athleten die zwei Startmöglichkeiten wahr. Damit ging für einige Athleten auch die 1. Saisonhälfte zu Ende. 

 

Athletissima Lausanne

Luca Flück erhielt einen der raren Startplätze in Lausanne über 400 Meter. Vorweg, er hat die Chance wahrgenommen und die Nomination mehr als gerechtfertigt. In einer sehr starken Serie mit zwei starken Holländern und den besten Schweizern musste Luca auf Bahn 8 laufen. Er zeigte famose erste 300 Meter, stark noch vor dem Saisonschnellsten Devantay unterwegs. Erst fünfzig Meter vor dem Ziel spürte er hinter sich die Gegner herankommen und aufschliessen. Es ist daher gut verständlich, dass er sich auf den letzten Metern etwas verkrampfte. Nach 47.09 Sek. erreichte er das Ziel. Nur viermal (bei seinen 51 Starts über 400m) war er bisher schneller. Diese Zeit bringt ihn in der Schweizer Bestenliste auf Rang 3. 

Ebenfalls bemerkenswerte Auftritte gelangen Pascal Furtwängler, der mit 1.49.82 in einer Serie mit allen besten Schweizern Zweiter wurde. Er musste für einmal Jonas Schöpfer den Vortritt lassen, gleichzeitig verdrängte Schöpfer Pascal von der Spitze der Schweizer Saisonbestenliste. Hendrik Engel lief im gleichen Rennen mit 1.51.75 eine persönliche Saisonbestleistung. Wir sind sehr gespannt auf die 2. Saisonhälfte der starken TVL Mittelstreckencracks.

Meeting de la Gruyère, Bulle

In Bulle, eigentlich doch eher ein provinzielles Meeting, war sowohl über 100m als auch über 200m Christoph Lemaitre zu sehen. Da mochte Simon Gerber über 400m Hürden nicht allen Glanz für sich beanspruchen. Er lief ein diskretes Rennen, das förmlich ab dem ersten Meter nach Ferien und Ruhepause schrie. Spannend war, dass er bereits auf den ersten drei Hürden weit weg von den Trainingsleistungen, drei Tage zuvor, war. Mysterium Form oder einfach, "wenn’s nicht läuft, läuft’s nicht". Timo Castrini, der die Limitenambitionen zu recht bereits vor seinem 200er abgeschrieben hatte, nahm sich vor, in seine 200-Meter-Zukunft zu investieren. Das sah dann so aus: Verhaltender Start, Rückstand auf das ganze Feld nach 8 Meter, beschauliche Beschleunigung mit einem Wechsel zu einem kraftvollen Kurvenausgang mit absolut exzellentem Kniehub. Dann erneut eine nicht erwähnenswerte Phase gefolgt von einem Finish, wie man ihm es zutrauen würde. Ein Beweis, dass das Stehvermögen gut ausgebildet ist. Eine Geschichte für sich ist der Auftritt von Luca Flück über 200m. Der Routinier und stets wohlorganisierte Luca hatte vergessen, sich für den Wettkampf anzukreuzen. Eine Notwendigkeit, nur so weiss der Organisator, wer von den angemeldeten Athleten effektiv auch anwesend ist. Luca wurde hellhörig, als er auch in der fünften Serie noch immer nicht aufgerufen wurde. Zum Glück musste der Organisator die Serien ganz kurzfristig nochmals neu zusammensetzen. So gestatteten sie Luca in der zweiten Serie auf Bahn 1 trotzdem an den Start zu gehen. Nach Frust, Unsicherheit und Warten wäre manch einer nicht mehr gut gelaufen. Luca schon. Er sprintete beherzt und gekonnt in 21.96 Sek. ins Ziel. Auch hier ist festzustellen! Nur fünf Mal ist er bisher schneller gelaufen. 

Im Weitsprung der Frauen stieg Daniela Schlatter nach einer Verletzungspause wieder in den Wettkampfalltag ein. Die Unsicherheit war ihr anzumerken und der Anlauf war eine reine Lotterie: verhalten und kontrolliert wollte sie nach der Verletzung im Anlauf nichts riskieren und doch war der Drang nach mehr zu spüren. Das führte zu 5.56m im ersten Durchgang und Nuller und Verkrampfungen in den folgenden Sprüngen. Fazit: der Weidereinstieg ist gemacht und es kann (fast) nur aufwärts gehen.
Anna Rotter zeigte nach ihrem tollen Weitsprungresultat vom Samstag in Sion (5.54m) auch in Bulle eine motivierte und starke Leistung. Die 5.31m sind der Beweis, dass Anna auch in dieser Sasion nun definitiv im Weitsprung angekommen ist.
Technisch brillant und zuverlässig gestaltete Tanja Muralt ihren Wettkampf. Mit einer offiziellen PB von 5.05m trat sie zum Wettkampf an und sprang in den 4 gültigen Sprüngen gleich 4x über die magische Marke von 5m. Die neue PB von 5.10m ist der Lohn für die technischen und mentalen Fortschritte, die Tanja in den letzten Monaten gemacht hat. Wir freuen uns nun auf den nächsten Dreisprung von ihr.

Bildergalerie vom Meeting in Bulle