170916 Staffel SM 4x400Bei guten Bedingungen, Sonnenschein und angenehmen Temperaturen bis kurz vor die 4x400m Läufe, fanden in Jona gut organisierte und stimmungsvolle Staffelmeisterschaften statt. Die LG Bern zeigte einige überraschende Leistungen und sicherte sich nicht weniger als 7 Medaillen sowie einen Fabel-Schweizerrekord bei den Frauen über 3x1000m. 

4x100m Männer, 3. Rang

Der einzige TVL Athlet in der Männer Sprintstaffel, Silvan Lutz, sorgte für die Final- und Medaillenqualifikation. Startläufer Stephan Schütz zeigte vor allem im Vorlauf eine gute Leistung, ebenso Steven Gugerli. Im Vorlauf und im Final trug Lorenz Studer wesentlich zum guten Abschneiden bei. Silvan Lutz lief jeweils die Schlussgerade. Es war ihm anzusehen, dass es Spass macht, auf dem letzten Abschnitt Konkurrenten zu überholen. Technisch brillant und mit viel Speed riskierten nur Gegner mit sehr viel Vorsprung nicht eingeholt zu werden. Im Vorlauf lief das Quartett 42.50 Sekunden im Final 42.36 Sekunden. Respektabel.

4x400m Männer, 2. und 5. Rang

Niemand hätte vor dem Rennen gewagt einen klaren Sieger zu nennen. Klar war einzig, es würde ein Dreikampf mit dem LC Zürich, Virtus Locarno und der LG Bern werden. Yves Maritz lief eine feine Startrunde. Die Leichtigkeit im Sprint ist zurückgekehrt. Er hatte auf der ganzen Runde bis zur Übergabe keinen schwachen Moment. Dank seinen erfolgreichen Hürdenrennen an den Schweizermeisterschaften konnte er auch ein gutes Stehvermögen ausweisen. Andreas Ritz musste unter anderem gegen einen hochmotivierten Jerome Bellon laufen. Er lief auch ein taktisch kluges Rennen, war gar in der Lage, seinen Streckenabschnitt massgeblich zu beeinflussen. Pascal Furtwängler kündigte an, gut in Form zu sein. Das war er auch und das musste er auch sein. Daniele Angelella und Meister Joel Burgunder waren seine direkten Gegner, die es nicht schafften, den starken Berner abzuschütteln. Er konnte knapp vor dem Tessiner und knapp hinter dem Zürcher an Silvan Lutz übergeben. Dieser lief das Rennen locker kontrollierend neben Dany Brand die ersten Streckenhälfte. Eingangs zweiter Kurve wollte er den Zürcher überholen, gleichzeitig wurde er dabei von Ricky Petrucciani angegriffen und überspurtet. Silvan musste sich jetzt blitzschnell neu ausrichten und dem Tessiner folgen. Dieser zeigte sein riesiges Potential (er dominierte seine Altersklasse dieses Jahr über alle Sprintdistanzen) indem er dem Berner ein faszinierendes Duell lieferte und am Schluss gar den Sieg sichern konnte. Und Silvan? Nach einer langen, harten Saison mit beinahe zwei Monaten Auslandaufenthalten war er noch immer in Form und technisch diesmal richtig gut. LG Bern 2 startet mit dem überraschenden Lorenz Studer. Sein Debüt über 400m gelang hervorragend. Alain Croisier hatte bereits eine Americaine in den Beinen und trotzdem war er leichtfüssig und schnell unterwegs. Eine ebenfalls hervorragende Leistung. Stefan Schmocker, direkter Gegner des starken Zürchers Jonas Gehrig, lief mit langen, ökonomischen Schritten und zwar bis und mit der Übergabe an Matyas Kobrehel. Dieser darf auf seine Vorstellung ebenfalls sehr stolz sein. Er ist noch nicht ganz 100%ig gesund und trotzdem war sein Auftritt überzeugend wie der eines Routiniers. Er musste letztlich den Zürichern nur knapp den vierten Rang abtreten. Die LG Bern 2 wurde starke Fünfte. Die Zeiten: 3.16.51 für die LG Bern 1 und 3.25.30 für die LG Bern 2. 

3x1000m Männer, 1. Rang

Das Trio Engel, Ramseier und Furtwängler wurde mit 7.25.07 überlegen Schweizer Meister. Der Vorsprung betrug satte 17 Sekunden. Die Berner waren auf jedem Streckenabschnitt den Gegnern deutlich überlegen, sodass aus der Staffel für die Berner drei Einzelrennen  mit Showcharakter wurden. Spannend war das nicht aber aus LG Bern Sicht und auch aus TVL Sicht war das für einmal kein Manko. Das Team war übrigens 3/100 schneller als im Vorjahr in Basel.

Américaine Männer, 2. Rang

Die bereits Meister gewordenen Engel und Ramseier wurde diesmal von Alain Croisier ergänzt. In einem interessanten Rennen bei dem sich erst nach 2000 Metern eine mögliche Rangierung abzuzeichnen begann, mussten sich die LG Bern nur dem BTV Aarau mit den ganz starken Hochstrasser und Flury beugen. Reto Ramseier ärgerte sich ein wenig darüber, dass er zeitweise gar etwas mehr hätte investieren können. Unabhängig davon, seine Streckenabschnitte sahen stark aus und er lief so nie Gefahr, einzubrechen. Hendrik Engel ist ein Kämpfer und ein „Beisser“. Seine Gegner haben es nie leicht. Alain Croisier ist so etwas wie der Duracell der Berner Mittelstreckler. Er läuft und läuft. Er hat einen für eine Amercaine idealen Laufstil, geprägt von hoher Leichtigkeit und Laufökonomie. Fürs nächste Jahr darf dahinter noch etwas mehr Druck kommen. Waren vielleicht die 3x1000 Meter nicht gar so spannend, die Amércaine dafür war es umso mehr!           

4x100m U20, Finalqualifikation, Final Wechselfehler

Die LG Bern qualifizierte sich höchst erfreulich für den Final. Im Vorlauf, mit 43.32 Sek. lief Simon Gerber noch etwas verhalten, er kämpfte etwas mit ISG-Problemen. Tim Stalder war nicht ganz so flüssig und harmonisch unterwegs wie auch schon. Nick Stalder musste ebenfalls einen kontrollierten Lauf absolvieren, Grund dafür ist eine Sehnenentzündung. Schlussläufer Timo Castrini musste die sichere Finalqualifikation noch an die Thuner abtreten, der Vergleich mit allen anderen Konkurrenten fiel aber deutlich zu Gunsten von Timo aus. Im Final drehte Simon Gerber mächtig auf, nach einem top Start lief er auch im Gegnervergleich eine herausragende Kurve. Der Wechsel zu Tim Stalder war gut, dessen Lauf auch. Jetzt zeigte Tim Stalder gegen ganz starke Vertreter der Gegner einen klasse Lauf, powerful und mit beeindruckender Kadenz. Nach einer guten Übergabe an Bruder Nick Stalder war man jetzt plötzlich in diesem Final hervorragend platziert. Nick lief eine ausgezeichnete Kurve konnte dann aber dem etwas zu früh startenden Timo Castrini den Stab nicht korrekt übergeben. Seine Stopprufe blieben ungehört, der Lärm war schlicht zu gross. Es ist müssig, aber so wie das Rennen stand und mit Blick auf die Rangliste, wäre auch ein Sieg möglich gewesen. Aber das „Staffelgeschäft“ ist nun mal ein risikobehaftetes. Dass die Hälfte der Finalteilnehmer ausschied ist dabei auch kein Trost.

4x400m U20, 3. Rang

In diesem Rennen war man zusammen mit der LG Züri+ Favorit. Dario Kaufmann eröffnete das Rennen für die Berner und er tat es überzeugend. Er hielt jederzeit mit und er konnte gar auf den letzten 30 Metern noch zusetzen. Ein Wechsel zu Simon Gerber, der alles aus sich herausholen musste, um die LG Bern U20 ganz vorne mit im Spiel zu halten. Beeindruckend wie er im  Gegnervergleich auf den letzten Metern einmal mehr deutlich stärker war. So kam es, dass Nick Stalder mit einer ganz starken und auch taktisch äusserst klugen Bahnrunde den Anschluss an Züri+ vollends schaffte und etwas Vorsprung auf die LG Thun herausholen konnte. Der Wechsel zu Bruder Tim Stalder gelang flüssig, was diesem erlaubte sofort an die Spitze zu gehen. Dann geschah Merkwürdiges. Tim bremste den Lauf komplett ab und den Zürcher Lionel Spitz aus. Dieser wusste nicht wie ihm geschah. Immer wenn er etwas Tempo zulegen wollte, beschleunigte Tim auch um dann wieder Tempo herauszunehmen. Die Geschichte wäre vielleicht gut gegangen, hätte sie nicht die LG Thun stark gemacht. Das langsame Rennen erlaubte dem Thuner Robin Oester, dem stärksten 400m Läufer im Feld, an den beiden taktisch laufenden Stalder und Spitz vorbei zu ziehen. Jetzt musste sich Tim plötzlich neu ausrichten. Das tat er quasi sofort aber jetzt wurde das Rennen wieder schnell, was dem Zürcher, der Nummer vier bei den U18 über die Bahnrunde, entgegenkam. Eingangs Zielgerade attackierte Tim, der inzwischen knapp Dritter war nochmals und es schien, dass seine Taktik vielleicht doch aufgehen könnte. Letztlich aber reichte nach einer anstrengenden einwöchigen Maturareise nach Griechenland, notabene in einem Reisecar, die Frische und die Kraft nicht mehr. Die Züricher wurden mit 4/100 Vorsprung Dritte, die LG Thun mit einem überragenden Schlussläufer mit 45/100 Vorsprung Sieger.     

3x1000m Frauen, 1. Rang

Hier lief die LG Bern mit Laura Guidice, Sina Sprecher und Delia Sclabas ein ebenso überlegenes Rennen, wie es die Männer taten. Die TVL Vertreterin Sina Sprecher zeigte einmal mehr ihre grossen Fortschritte. Eine Spitzenläuferin ist sie geworden, stark in jeder Beziehung. Dass in dieser Besetzung der im letzten Jahr aufgestellte Schweizerrekord fallen würde, durfte erwartet werden. Dass der neue Rekord aber um ganze 13 Sekunden auf 8:26min verbessert würde und das Team mit 15 Sekunden Vorsprung auf die ebenfalls starken Walliserinnen von COA Valais Romand gewinnen würde, war aber schlicht phänomenal.

Olympische Frauen, 1. Rang

Häufig ist dieses Rennen nach dem Startabschnitt, einem 800 Meter Lauf, vorentschieden. Diesmal war das, trotz der starken Delia Sclabas nicht der Fall. Sie gab alles, konnte aber die starke Walliserin Lore Hoffmann nicht abschütteln. So war es an Sina Sprecher, die Wende herbeizuführen. Was die Mittelstreckenspezialisten diesmal über die Bahnrunde zeigte, war schlicht grandios. Sie war auf jedem Meter eine Spur schneller als die Gegnerinnen. Mit Vorsprung konnte sie an Marlen Schmid übergeben, die diesen Vorsprung mit einem souveränen Lauf noch vergrössern konnte. Schlussläuferin Aline Baumann konnte einen überlegenen Sie ins Ziel bringen. 

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