Den Angstgegner erneut in die Schranken gewiesen

Während die Schweizer Skicracks um Medaillen kämpfen, während in Paris der PSG den grossen FC Barcelona 4:0 bodigt, genau dann steht in der 3. Liga der Volleyballregion Bern, Gruppe II, ein Duell an, das schon bald als Klassiker gilt: Länggasse gegen den VBC. Die Vorzeichen waren anders als in den vergangenen Jahren. Während Jahren steckte den Länggassnern die Angst vor den „Mattegiele“ in den Knochen und erbeutete Punkte waren eine Rarität. Nicht so in diesem Jahr. Der VBC orientiert sich am Mittelfeld, die Zeit nagt am Spielermaterial, das Reservoir ist kleiner als auch schon. In dieser Logik ist auch der 3:0 Auswärtserfolg des TVL in der Vorrunde zu verstehen – erkämpft mit einer der besten Saisonleistungen. In den letzten Spielen zeigte der heutige Gegner eine starke Aufwärtstendenz und hat unter anderen den VBC Lyss geschlagen und in der Tabelle überholt. Alles angerichtet also.

Die Partie startete in gemächlichem Trott, von Tempo war hüben wie drüben nichts zu sehen. Am Netz stand Lorenzo sinnbildlich mit einigen guten Blocks und Angriffen für das offenbar richtige Rezept: Ab durch die Mitte. Erst gegen Ende des ersten Satzes gelang es dem Heimteam, mit etwas forscherem Auftreten für klare Verhältnisse zu sorgen. Herauszugreifen ist hier die Verteidigungsarbeit von Timo, der die Diagonalangriffe des VBC immer wieder mit gutem Stellungsspiel entschärfte. Etwas für die Statistiker: Joel notierte von der Bank aus 35 Fehler bei 9 erzielten Punkten. Souverän klingt anders, immerhin reichte es zum Gewinn des Startdurchgangs.

Der 2. Satz unterschied sich nur unwesentlich vom vorangegangenen, ausser dass Vinz, resp. sein Daumen, beim TVL geschont wurde. Kampf und Chrampf prägten die Partie, Schöngeister standen an diesem Dienstagabend definitiv auf verlorenem Posten. Zwischendurch blitzten ungeahnte Highlights auf, man denke an den 3-Meter- Angriff von Flo oder die jugendliche Power des eingewechselten Nico. Der TVL rannte bis zum Schluss einem kleinen Rückstand hinterher, erst auf der Zielgeraden wendete sich das Blatt. 25:23 und auch den 2. Satz in der Tasche.

Die Teams stellten die Linien nochmals um, der VBC beorderte den jungen Passeur auf Aussen, beim TVL machte Teamsenior Leo seine Aufwartung als Diagonalspieler. Weiterhin konnte kein Team über längere Strecken brillieren. Viele Anspielfehler auf beiden Seiten stoppten den ohnehin schon zähen Spielfluss stets aufs Neue. Der VBC wurde seinem Namen als nimmermüder Gegner gerecht und hielt die Partie offen, ja hatte sie zeitweilen gar im Griff. Erst in der „Money Time“ und nach abgewehrten Satzbällen für den VBC kippte das Momentum auf die Seite der Gastgeber. Grossartig, weil beim gegnerischen Satzball, das (ungewollte) Zusammenspiel der beiden Oldies vom TVL: Reaktionsschnelle Verteidigung von Leo direkt ans Netz und Tom liess sich einen unkonventionellen, aber punktbringenden Überhand-Finten- Smash notieren.

So steht am Ende für den TV Länggasse ein erkämpfter 3:0 Sieg und weitere 3 Punkte zu Buche, der gleichzeitig für klarere Verhältnisse in der Tabelle sorgt. Der VBC ist aufs erste distanziert. Geht nach oben noch etwas? Noch stehen die Partien gegen Papiermühle und HLT aus.

Highlight of the match: Defence von Timo – immer am Ball

Fürs Herren II, Tom