Bern, Ende im April 2017 – Auf dem Bundesplatz werden die letzten Eisschollen verflüssigt, die farbenfrohen Krokusse verdrängen den dreckigen Matsch – der Frühling hat die Stadt bereits wieder im Griff. Mit dem Aufkommen der wärmeren Jahreszeiten neigt sich auch die Hallensaison dem Ende zu. Es bleibt ein wenig Zeit das Geleistete, Verpasste und Errungene Revue passieren zu lassen.


Die Zeichen vor der Spielzeit standen für die Equipe des TVL auch schon auf weniger Volatilität. Etliche Umbaumassnahmen beim Personal, darunter die Verabschiedung eines Bündner Urgesteins, sowie eine mässige Vorbereitung setzten ein Fragezeichen hinter die Konkurrenzfähigkeit der Truppe. Zudem zeigte das Tableau viel Ungewisses: Aarberg, Burgdorf und Muristalden nicht mehr dabei, dafür mit Uni Bern, Münchenbuchsee und Papiermühle drei mehr oder weniger unbeschriebene Blätter. Immerhin verfügte neben dem TVL noch der VBC, Lyss und HLT über (gemeinsame) Erfahrungen aus der letzten Saison.


Die Saison startete mit dem Rencontre gegen das 4. Liga-Team Liebefeld im Berner Kantonalcup. Die 5- Satz-Niederlage mit dem gleichbedeutenden, frühestmöglichen Out im K.o.-Wettbewerb schmerzte. Bis auf die Gewissheit, dass die Debütanten Joel und Nico einen vielversprechenden Einstand gefeiert hatten, liess der erste Ernstkampf keine aussagekräftige Einschätzung zum Formstand der Equipe zu. Die darauffolgenden Duelle mit HLT und Uni Bern gingen jeweils 1:3 verloren, danach hielten sich Siege (gegen den VBC und Papiermühle) und Niederlagen (Münchenbuchsee) in etwa die Waage. Pünktlich zum Jahresende präsentierten die Länggasser eine ausgeglichene Bilanz: 8 Punkte bei 3 Siegen aus 6 Spielen, dazu ein Satzverhältnis von 11:11.


Die zweite Saisonhälfte zementierte die vorherrschenden Kräfteverhältnisse in der diesjährigen Gruppe – erneut gingen die Spiele gegen den Primus Münchenbuchsee und die Jungakademiker von Uni nach jeweils tollem Fight verloren, während gegen die dezimierten Lysser und den alternden VBC klare Erfolge eingefahren wurden. Es wäre aber falsch, von einer Achterbahnfahrt zu sprechen (das Spiel gegen Lyss ausgenommen). Vielmehr hat der TVL eine gewisse Stabilität erreicht, die einerseits der im Alter immer spürbareren Schwerkraft zu schulden, andererseits dem Willen, Einsatz und bisweilen auch Können des Teams zu verdanken ist. Die Saison wurde mit den Spielen gegen Papiermühle und HLT und dem fairen Skore von je einem Sieg und einer Niederlage beendet.


Was bleibt noch zu sagen?
Das Herren II ist etabliertes Mittelfeld, von Mittelmass zu sprechen wäre aber ungerecht. Zu sehr überwiegt das Positive: Nicht nur im Rink, sondern auch auf der Bank und ausserhalb des Hallengeruchs überzeugt die Equipe mit Sport- und Schöngeist. Die spätabendlichen Umtrunke nach Trainingsschluss oder das gemeinsame Starten ins 2017 anlässlich eines Neujahrsturniers in Schmitten – Routen(ver)planer à la Tom, Autogeschiebe à la Giorgio sowie Surf ‘n‘ turf inklusive – zeugt von einem intakten Mannschaftsgefüge.


Die Verletzungshexe hat hoffentlich ihren Spind geräumt und verschont uns mit weiteren Nadelstichen. Daumen hoch für die Daumen von Lorenzo, Giorgio und Vinz. Auch Earl blieb nicht verschont und verpasste einige Partien. Die gesamtsaisonale Rekonvaleszenz von Renato schmerzte nicht nur ihn, sondern auch uns, bot aber gleichzeitig die Möglichkeit, uns auf der Aussenposition neu zu ordnen. Neben Gründungsvater Flo reiften Joel und Timo zu Teamstützen und machten mit ihren Auftritten allfälligen Versuchen, Positionsrochaden durchzudrücken, den Garaus.


Als Passeur verbuchte Vinz wohl eine Saisonbestleistung in der Anzahl absolvierter Spiele, Fäbi und Giorgio setzten Duftmarken auf der Diaposition. In der Mitte verfügte Coach Fäbi teilweise über die Qual der Wahl – die Darbietung des Quartetts Lorenzo, Earl, Nico und Tom stand exemplarisch für das Motto ab durch die Mitte. Schliesslich stand mit Leo ein Fundament an Erfahrung und Vielseitigkeit bereit, das höchstens durch gelegentliche Matchabwesenheit etwas an Glanz verloren hat.


Nach der Saison heisst vor der Saison und so trüben die angekündigten Abwesenheiten von Fäbi, Timo und Leo die ansonsten sonnigen Aussichten. Die Trainingsgäste Jonas und Sven hingegen erhellen die Gemüter – auch wenn Jonas mit seiner Statur doch viel Schatten wirft:-). Die Rückkehr von Renato und Lüku stehen noch in den Sternen, eine Deutung der Gestirne wird dem Zufall überlassen.

Es spielten für das Herren II:
Vinz – number one Leo – erfolgreicher Oppositioneller gegen das Rad der Zeit
Earl – bei goldigen Aussichten eine Bank
Nico – unser Mann beim WWF: Wahnsinnig-Wuchtig- Furios
Fäbi – auf den Zahn fühlender Dirigent
Giorgio – il atleta professionista
Flo – the line, of course!
Timo – der Mann fürs Grobe, mit Ecken und Kanten
Joel – makromolekulare Krake in der Verteidigung
Lorenzo – der rhythmische, sozial(medial)e Einheizer
Tom – Triebfeder, auf Papier und Spielfeld
Renato – der Fehlende
Jonas – lizenzfreie Grösse
Lukas – im Busch