200627 Sonnenwendmeeting Bern CalamaiPietro27.06.2020 - Bei besten äusseren Bedingungen wurden im Stadion Wankdorf viele herausragende Resultate erzielt. Die Vertreter des TVL zeigten unterschiedlich starke Leistungen. Nicht alle waren restlos zufrieden.  

Tabellarische Übrersicht der TVL-Resultate

 

Den Abschuss des Meetings bildeten Läufe über 1500m mit 99 Männern und 68 Frauen. Beeindruckend! Die Saison wird etwas kurz ausfallen, man hätte daher erwartet, dass in allen Serien hohe Tempi angestrebt würden. Im Sinne eines Tests wurden die stärksten Läufer und Läuferinnen jeweils in den letzten Serien auf die Bahn geschickt. Die Startzeit konnte daher nur erahnt werden. Das macht eigentlich nur Sinn, wenn die Startzeit für jede Serie vorher bekannt gegeben und eingehalten wird. Das würde auch Sinn machen, wenn die Stärksten zuerst laufen. 
So wird hier von der letzten Männerserie zuerst berichtet. 

800m Meister Jonas Schöpfer stellte sich als Pacemaker zur Verfügung. Er löste seine Aufgabe gut. Er wollte das Rennen in der vorgesehenen Pace angehen, aber das Feld folgte auf dem ersten Kilometer nur zögerlich. Jonas nahm daher einige Male etwas Tempo weg, damit keine Lücke zum Feld entstand. Pascal Furtwängler und Hendrik Engel starteten in diesem Feld. Pascal wird mit seiner Zeit von 3.47.93 wohl durchaus zufrieden sein. Es ist die sechstbeste Zeit seiner Karriere. Er wirkte technisch nicht so souverän wie in früheren Jahren. In der ersten Rennhälfte schien er mit dem Tempo gut zurecht zu kommen. Dann fehlten weder Ausdauer noch Kraft sondern die Fähigkeit diese Qualitäten auf die Bahn zu bringen. Die erfreuliche Schlusszeit ist seinem Willen und seiner Stärke auf der Zielgeraden zu verdanken. Doch vergessen wir nicht, es war sein Saisonstart über diese Distanz. Hendrik Engel konnte in dieser Serie zu keinem Zeitpunkt gestaltend in das Rennen eingreifen. Er war physisch nicht frisch genug für eine wirklich gute Leistung. Seine 3.57.13 sind unbestritten noch immer eine sehenswerte Performance, aber er wäre frisch und erholt zu ganz anderen Leistungen fähig. Es bleibt festzuhalten, dass er auch in früheren Jahren immer mal wieder schwächere Phasen hatte um dann einige Wochen später Erstaunliches zu leisten.

TVL Neuling Pietro Calamai, ein Tessiner der in Fribourg studiert und diese Saison mit dem TVL bestreitet, war zusammen mit Kiflay Mengestabe in der zweitstärksten Serie eingeteilt. Der Pacemaker dieser Serie ging das Rennen deutlich zu langsam an. Damit kam es in der in der Spitzengruppe immer mal wieder zu veritablen Staus. Pietro, wohl Staus am Gotthardt gewohnt, kam damit noch einigermassen gut zurecht. Richtig wohl zu fühlen schien er sich erst auf der Schlussrunde, als das Tempo höher und stabiler war. 3.52.79 wurden für ihn gestoppt. In Anbetracht des Rennverlaufs ein gelungenes TVL Debüt. Es ist für den 800-Meter Spezialist persönliche Bestleistung über 1500m. Kiflay spielte einen aktiven Part in der Verfolgergruppe. Diese neue Qualität, das Rennen mitzugestalten ist höchst erfreulich. Auch seine Schlusszeit wurde etwas vom zu langsamen Anfangstempo beeinflusst. Er wird dieses Jahr noch deutlich schneller laufen. Seine Schlussgerade war überzeugend. Einem Verfolger lief er davon und einen fünf Meter vor ihm laufenden Konkurrenten überholte und «deponierte» er. 3.57.47 wurden für ihn gestoppt. Nur einmal, in der Saison 2018, war er bisher schneller!

In der ersten, also schwächsten Serie gab Aarno Liebl, Jahrgang 2005, sein Debüt über 1500 Meter. Die Gegner waren für Aarno zu schwach, entsprechend zurückhaltend war das Tempo. Aarno wollte aber nicht ganz alleine vorweg laufen, als er ging das Tempo mit. Erst auf der Schlussgeraden, mit dem Ziel vor Augen, beschleunigte er markant, da konnten seine Gegner nicht mehr mithalten. So gewinnt er auch sein erstes 1500-Meter-Rennen. Ein gelungenes Debüt mit der Gewissheit, dass die 4.08.98 nicht allzu lange als Personalbest stehen bleiben werden. Mit dieser Leistung liess er übrigens die Hälfte des grossen Feldes hinter sich und er setzt sich an die Spitze U16 der Schweizer Bestenliste über 1500m. 

Bei den Frauen startete Sina Sprecher mit einer ganz speziellen Ambition. Sie war Tempomacherin für die Schweizer Elite. Sie machte das herausragend gut. Ruth Wüthrich lief in ihrer Serie mit 5.05.17 auf den motivierenden 4. Rang. 

Über die Bahnrunde war Dario Kaufmann am Start. Er zeigte im Training, dass er enorme Fortschritte gemacht hat. In seinem Rennen, das er mit 23.40 etwas zu schnell anging, konnte er das auch beweisen. 50.90 Sek. sind persönliche Bestleistung, technisch fein gelaufen und nicht das «letzte Wort» in dieser Saison.  

Eine 400m Premiere absolvierte Seraina Lerf. Unbekümmert, mit viel Mut und erstaunlichem Stehvermögen brauchte sie für die Bahnrunde 57.56 Sekunden. Sie lief in der vierten Serie und musste dort nur einer starken Französin den Vortritt lassen. Ein überzeugender Auftritt, Rang zwei schweizweit in ihrer Kategorie. Da darf man auf die Fortsetzung gespannt sein.

Über 200 Meter waren die Ambitionen des TVL Quartetts gross. Die Resultate entsprechend zumindest bei Timo Castrini, 22.45 und Ralf Kurath 22.33 nicht dem effektiven Leistungsvermögen entsprechend. Ralf wurde vom Vertreter Swiss Athletics als zweitschnellster seiner Serie auf Bahn 1 gesetzt. Das ist Unfug und ein Rückfall in Zeiten bevor Bestenlisten geführt wurden. Das hat ihn mächtig irritiert. Er startete engagiert aber nicht mit sehr effizientem Schritt. Seine beste Phase hatte er auf den letzten 60 Metern. Hier war er stark. Timo überzeugte am Start und in er Kurve. Er war hier seinen Gegnern deutlich überlegen. 80 Meter vor dem Ziel geriet er zu aufrecht, zu verkrampft, zu passiv. Diese Mängel erklären seine Leistung. Gut, es war sein Saisondebüt über diese Distanz. Trotzdem! Dario Kaufmann, mit einem 400er in den Beinen, überzeugte auf Aussenbahn mit einer persönlichen Bestleistung von 22.73. Er überraschte auch über die halbe Bahnrunde mit einer überzeugenden Leichtigkeit.

Der Hochspringer und ehemalige Mittelstreckler, Silvan Ryser gewann mit 1.88 Meter den Hochsprung, bevor er sein Disziplindebüt über die halbe Bahnrunde gab. Ohne Referenzwert wurde er in die letzte Serie eingeteilt und wurde dort nach einem erstaunlichen Lauf mit 24.07 Sek. Zweiter. Erstaunlich? Diese sprinterischen Fähigkeiten hätte man ihm noch vor kurzem nicht zugemutet. 

Im Weitsprung duellierten sich Daniela Schlatter und Anna Rotter. Daniela sprang bei allerdings zu viel Rückenwind (+2.5) 5.98m. Mit ihren gültigen 5.87m wurde sie Zweite. Augenfällig war die stark verbesserte Absprungqualität in die Höhe. Es gelingt ihr derzeit gut ihre Schnelligkeit im Anlauf über einen akzentuierten Absprung in Weite umzusetzen. Anna Rotter sprang 5.52m und verpasste damit die Finalquali ganz knapp. Sie hätte gerne den Wettkampf fortgesetzt. Anschliessend starteten beide über 200 Meter. Beide siegten. Sie gewannen ihren Serien, Anna mit 25.77 und Daniela mit 25.97. 

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